Hofer: Straches Laufbahn beendet.

Norbert Hofer über Strache und Türkis-Grün

FPÖ-Chef Norbert Hofer verabschiedet sich im Interview von seinem Vorgänger HC Strache. Zum Abschied wünscht er ihm alles Gute. Von einer türkis-grünen Koalition würde die ÖVP profitieren, glaubt Hofer. Viele Rechtswähler würden dann reumütig in den Schoß der Blauen zurückkehren.

Wien 24.06.2019 /Egal, was bei den laufenen Ermittlungen gegen seinen ehemaligen Chef herauskommt – Norbert Hofer sieht für Heinz-Christian Strache keine Zukunft in der FPÖ: Die „Laufbahn in der FPÖ ist beendet.“ Immerhin streut Hofer seinem Vorgänger zum Abschied Rosen. Strache habe „eine tolle Karriere gehabt bis hin zum Vizekanzler“, aber: „Irgendwann ist halt auch ein Weg zu Ende und der ist zu Ende.“ Und Hofer will offenbar eine Trennung im Frieden: „Ich wünsche Heinz-Christian Strache für seine Zukunft wirklich aus ganzem Herzen alles, alles Gute.“

Direkten Kontakt zu Strache, dessen angekündigte Klage gegen die Partei wegen der Facebook-Seite ihn noch nicht erreicht hat, gibt es derzeit nicht, so Hofer. „Er hat gebeten, dass man den Kontakt über einen Sprecher seines Freundeskreises aufrecht erhält.“ Neue Entwicklungen in der Ibiza-Affäre gibt es laut dem FPÖ-Chef, der weder auf der Insel war noch jemals dort hin will, nicht. „Wenn ich Urlaub mache will ich mich entspannen und nicht irgendwelche Party-Geschichten machen.“

Kickl statt Nepp – Rezept gegen Liste Strache in Wien

Das Gerücht, FPÖ-Klubchef Kickl könnte bei der Wien-Wahl in vorderster Reihe mitmischen, dementiert Hofer. Der öffentlich kaum bekannte Landesparteichef Dominik Nepp mache „einen super Job“, zudem brauche man Kickl „dringend“ im Nationalrat. Mit Kickls Rede beim Parteitag, aufgrund derer die Staatsanwaltschaft ermittelt, hat Hofer kein Problem. Kickl habe eben „sehr kantig formuliert“. Dass Kickl mehr Vorzugsstimmen verbuchen konnte als Hofer, sieht der Parteichef gelassen: „Das ist ja das Tolle bei uns in der FPÖ. Keiner ist dem anderen etwas neidig.“

Die mangelnde Popularität Nepps würde für die FPÖ zum Problem, falls Strache in Wien mit einer eigenen Liste antreten sollte. Die Gerüchteküche in der Wiener Politszene – gerade in FPÖ-Kreisen – brodelt heftig. Noch gibt es aber keine offiziellen Aussagen Straches über ein solches Vorhaben.

FPÖ würde von türkis-grün profitieren

Die Koalitionsgespräche zwischen ÖVP und Grünen sieht Hofer entspannt. „Man wird sehen, wie die Verhandlungen wirklich laufen werden. Ich glaube, dass Kurz und Kogler gut miteinander können.“ Die FPÖ könne dabei nur gewinnen: „Kommt diese Koalition, dann werden diese Wählerstimmen, die ab 2017 in Richtung Türkis abgewandert sind, wieder zur FPÖ zurückgehen. Kommt es nicht, dann treten wir in Regierungsverhandlungen ein.“ Win-Win für die FPÖ also.

(APA/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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