Samstag, Februar 24, 2024

Mitarbeiter belasten Trump – Gegenangriff via Twitter

Gegenangriff via Twitter

US-Präsident Trump gerät im Zuge der Impeachment-Ermittlungen immer mehr in Bedrängnis. Mitarbeiter hörten das Gespräch mit Ukraine-Präsident Selenskyi mit: „Brisantes Telefonat“, „ungewöhnlich“, „unangemessen“. Trump kontert: „Wer auch immer das ist.“

Washington, 18. November 2019 / Für US-Präsident Donald zieht sich die Amtsenthebungs-Schlinge immer fester zu. Nun sagen im Geheimdienstausschuss zwei seiner Mitarbeiter gegen ihn aus: Jennifer Williams, Mitarbeiterin seines Vize Mike Pence, und Tim Morrison, früher im Nationalen Sicherheitsrat. Nachdem beide im Kongress zunächst hinter verschlossenen Türen ausgesagt hatten, wurden nun die Mitschriften ihrer Befragung öffentlich. Beide hatten bei jenem Telefonat zwischen Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 25. Juli mitgehört, das im Fokus der Ukraine-Causa steht.

Geheimdienstausschuss veröffentlichte Mitschrift

Jennifer Williams nannte Trumps Forderung nach spezifischen Ermittlungen gegen den Sohn von Kontrahent Joe Biden, Hunter Biden, in dem Telefonat mit Selenskyj “ungewöhnlich” und “unangemessen”. Sie sagte aus: “Für mich gab das Aufschluss zu möglichen anderen Motiven hinter der Zurückhaltung der Militärhilfe.” Es habe den Anschein gehabt, als gehe es mehr um die “persönliche politische Agenda” des US-Präsidenten als um außenpolitische Ziele. Morrison hingegen habe sofort gewusst, wie brisant das Telefonat sei. Er sagte zudem aus, die zeitweise zurückgehaltene Militärhilfe an die Ukraine sei daran geknüpft gewesen, dass die Führung in Kiew öffentlich Ermittlungen zum Gaskonzern Burisma ankündige. Hunter Biden war vor Jahren bei dem Gaskonzern Burisma in der Ukraine beschäftigt. Dazu wollte Trump Ermittlungen in der Ukraine anstoßen, vermutlich um Vater Joe Biden im Vorwahlkampf der Demokraten zu schaden.

Trump feuert zurück

Nun feuerte Trump via Lieblingskanal Twitter abschätzig gegen die Zeugin Williams zurück: Jennifer Williams, “wer auch immer das ist”, solle BEIDE (im Tweet großgeschrieben, red.) Mitschriften seiner Ukraine-Telefonate und die Stellungnahmen aus Kiew anschauen. Dann spottete er weiter: Sie solle sich doch mit “den anderen Trump-Gegnern” treffen, die er nicht kenne und von denen er zum Großteil noch nie gehört habe, um eine “bessere Attacke auf den Präsidenten” auszuarbeiten.

Demokraten voll auf Attacke

In der vergangenen Woche waren erstmals Zeugen öffentlich befragt worden. Die US-Demokraten wollen mit diesen im Fernsehen übertragenen Anhörungen erreichen, dass sich die Amerikaner selbst ein Bild von Zeugenschilderungen machen können. Trump griff in einer der Übertragung Ex-US-Botschafterin in der Ukraine, Marie Yovanovitch, öffentlich an – natürlich via Twitter. Die Demokraten warfen ihm daraufhin „Einschüchterung von Zeugen vor“.

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

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