Massenverhaftungen in der Türkei

Regime jagt Gegner als „Terrorverdächtige“

In der Türkei kommt es zu derzeit zu Massenverhaftungen von Regimegegnern. Auf der Liste stehen vor allem ranghohe Militärs.

Wien/Izmir, 19. Novmeber 2019 / Mehr als drei Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei geht die Serie der Fahndungen und Festnahmen weiter. Am Dienstag ließ die Staatsanwaltschaft im westtürkischen Izmir nach insgesamt 133 angeblichen Terrorverdächtigen suchen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete. Es handle sich um ehemalige und aktuelle Angehörige des Militärs, darunter fünf Oberste.

Über hundert Verhaftungen

Anadolu Ajansi zufolge hatten Sicherheitskräfte schon am Vormittag 101 Menschen festgenommen. Razzien habe es in 45 Provinzen gegeben. Die Suche gehe weiter.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Gesuchten Verbindungen zur Bewegung des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen, heißt es bei der Agentur weiter. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch von 2016 verantwortlich. Bei ihren Fahndungen konzentriert sich die Regierung stark auf Polizei und Militär.

Gülen bleibt unerreichbar

Seit dem gescheiterten Putschversuch gegen Präsident Erdogan im Jahr 2016 waren mehrere hunderttausend Menschen verhaftet worden. Alle Versuche Erdogans, den angeblichen Anführer des Umsturzversuches Fetullah Gülen in die Türkei ausliefern zu lassen, scheiterten bisher an amerikanischen Gerichten.

(APA/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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