Foda raus?

Pro und Contra

Das ÖFB-Team hat die EURO-Quali geschafft, aber: wegen oder trotz des Trainers? Foda rein oder Foda raus?

Foda rein!

Ums gleich klar zu machen: Das wird jetzt keine Liebeserklärung. Der ÖFB-Kader spielt unter seinen Möglichkeiten. Die Spielanlage des Teams ist nicht immer optimal, taktische Entscheidungen nicht für jeden der achtkommairgendwas Millionen Teamchefs nachvollziehbar.

Dass Foda – auch den Klubs zuliebe – Stammspieler im bedeutungslosen Spiel gegen Lettland schonen wollte, ist nachvollziehbar. Gut, eine komplette B-Elf aufzustellen und durch das Ergebnis zu demoralisieren, war unglücklich, aber da müssen sich zuallererst die Spieler selbst bei der Nase nehmen.

Auf der Habenseite ist ziemlich viel zu finden: EURO-Quali geschafft, nach dem holprigen Start auch recht souverän. Topf Drei ist zwar kein Lercherlsch… aber: Man wächst mit der Aufgabe. Gerade das hat das ÖFB-Team unter Foda bisher stets geschafft. Die Vorgabe war mehr taktische Flexibilität. Das hat das Team umgesetzt. Das Ziel war die Quali, die hat das Team geschafft.

Und zuletzt: Was wäre eigentlich die Alternative? Stöger hat gerade bei der Austria angeheuert, Hasenhüttel wird – selbst, falls ihn Southampton wirklich feuern sollte – kaum wollen. Soll’s am Ende etwa Pacult werden?

(tw)

Foda raus!

Es mag kurios klingen: Ein Trainer, der gerade mit seinem Team die EM-Quali geschafft hat, gehört entlassen. Die Qualifikation ist nämlich nicht Fodas Verdienst. Mit seiner Angsthasentaktik spielte das Team nur, um nicht zu verlieren und nicht, um zu gewinnen. In den ersten beiden Spielen war noch klar erkenntlich, dass die Spieler versuchten, Fodas Plan umzusetzen. Man verlor gegen Polen und holte sich von Herzogs Israelis eine Watsch’n. In den nachfolgenden Spielen ignorierten die Spieler Fodas Konzept und spielten auch aggressives Pressing auf eigene Faust. Der Erfolg sollte kommen: sechs Siege und ein Unentschieden. Der einzige Grund wieso das Team die Qualifikation schaffte, war die individuelle Klasse, die so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Gestern kam die Rückkehr zum Foda-Fußball. Man blamierte sich mit einer wild zusammengewürfelten B-Mannschaft gegen den Fußballzwerg Lettland. Die Angst vor der Nummer 143 der Welt schien bei Foda so groß, dass man mit der Beinbrecher-Doppel-Sechs Baumgartlinger-Ilsanker agieren musste.

Foda gehört weg. Perfekter Nachfolger wäre Ralph Hasenhüttl. Bei Southampton wird er wohl nicht mehr lange unter Vertrag stehen und sein Pressing-Spielstil passt wie die Faust aufs Auge auf Österreichs Spiel mit vielen Salzburg Spielern.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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