FPÖ-Goldschatz

Exklusivbilder aus Tresorraum

Die Alpen-Zentrale der FPÖ diente als Bunker des Partei-Goldes. Jetzt liegen ZackZack.at exklusive Bilder vom Tresorraum vor. Zugleich wird eines immer deutlicher: Das Bauernhaus in den Osttiroler Alpen war offenbar die geheime Schaltstelle der FPÖ-Führung.

Wien/St. Jakob, 21. November 2019 / „Das Zielobjekt wurde am 12.08.2019 um 05:00 Uhr unter Beobachtung genommen.“ Das berichten Beamte der SOKO Ibiza  aus St. Jakob in Osttirol. Um 8.57 Uhr gibt die Einsatzleitung grünes Licht. Drei Beamten öffnen die Tür zur Pension Enzian – dem Alpenbunker der FPÖ. Kurz danach finden sie hinter einer hölzernen Schiebetür zwei baugleiche schwarze Tresore der Marke Chubb Safes.

Nepp, Guggenberger, Stefan

Um 17.00 Uhr hält ein Chauffeur vor der Pension. Vier Personen steigen aus dem Auto: ein Wirtschaftstreuhänder, sein Sohn, ein Rechtsanwalt – und Dominik Nepp, der Wiener Vizebürgermeister der FPÖ. Nepp lässt die Tresore öffnen. Die Beamten notieren: „Im ersten Tresor befanden sich zwei Metallkassen (Marke: Burg Wächter, Maße 29,5 x 12,5 x 25), welche versperrt und mit einem notariellen Siegel gesichert waren.“ Im zweiten Tresor liegt eine weitere Kassette.

Nach kurzer Beratung behaupten Nepp und seine Begleiter, dass sich der Schlüssel zu den Kassetten in Wien befindet. Aber sie sind vorbereitet und legen einen Notariatsakt vom 1. Oktober 2015 vor. Darin beschreibt ein Wiener Notar, was sich in den Kassetten befindet:

+ Kassette 1 und 3: Goldbarren der Münze Österreich „im Eigentum des Klubs der Wiener Landtagsabgeordneten“

+ + Kassette 2: Goldbarren der Münze Österreich „im Eigentum der Freiheitlichen Partei Österreichs – Landesgruppe Wien“.

Neben Nepp prüfte ein weiterer Freiheitlicher das Gold: Andreas Guggenberger, Landesgeschäftsführer der FPÖ Wien. Die Kassetten trugen das Siegel von Harald Stefan, Notar und Nationalratsabgeordneter der FPÖ.

Die Beamten stehen vor dem Goldschatz der FPÖ. Aber sie protokollieren: „Es konnten keine verfahrensrelevanten Unterlagen bzw. Gegenstände sichergestellt werden.“ Die SOKO lässt zu, dass Nepp mit seinen Begleitern den Goldschatz in das Auto verlädt.

Um 18.47 Uhr meldet sich einer der Nepp-Begleiter bei der SOKO: „Wir überführen die versiegelten Behältnisse nach Wien… Herr Nepp fährt im Auto vor uns.“

Hier die exklusiven Bilder aus dem Tresorraum:

Die Spur des Goldes

Drei Kassetten mit Goldbarren führen zu zwei Fragen:

  1. Woher stammt das Geld?

FPÖ und Geld – da sind viele Fragen offen. 10 Millionen von ukrainischen Oligarchen für ein Nationalratsmandat. Bis heute ist nur der Verbleib von drei Millionen geklärt. Spenden von Rüstungsproduzenten und Glücksspielkonzernen. Eurofighter. Hat die FPÖ hier kassiert?

  1. Warum wird es geheim als Gold gebunkert?

Wollte die FPÖ das Geld verstecken? Waren ihr Kassetten in der Pension Enzian lieber als Konten in Wien? Das Gold gehört der FPÖ Wien – einer Oppositionspartei. Sie muss erklären, woher sie das Geld hat. Und wer aus dem Geld Gold gemacht hat.

Und eine dritte Frage werden Norbert Hofer und Dominik Nepp sicher beantworten: Wo ist das Gold jetzt?

(red)

Titelbild: APA Picturedesk

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