Steiermark wählt

Bei Briefwahl zeichnet sich Rekord ab

Nur noch bis 16 Uhr sind die Wahllokale in der Steiermark geöffnet. Laut Umfragen zeichnet sich ein Sieg der ÖVP ab, während Rot und Blau vor schmerzhaften Wahlverlusten stehen. NEOS und KPÖ müssen aufgrund eines fragwürdigen Wahlsystems trotz guter Umfragewerte um den Einzug zittern.

Wien, 24. November 2019 /

„Ich verrat’s Ihnen: ich habe Zukunft gewählt“,

sagte SPÖ-Spitzenkandidat Michael Schickhofer bei seiner Stimmabgabe. Seine Sozialdemokraten dürften jedoch, sofern die Umfragen stimmen, schmerzhafte Verluste hinnehmen. Bei der letzten Wahl erreichten sie mit 29,3 Prozent noch Platz 1. Nur durch einen gewissen Grad an Dreistigkeit von ÖVP-Schützenhöfer gelang 2015 – mit tatkräftiger Hilfe seines Freundes und damaligen SPÖ-Landeshauptmanns Franz Voves, der seiner Partei offenbar wenig zutraute – es den Schwarzen, den Landeshauptmann zu stellen. In den letzten Umfragen lag die SPÖ bei knapp 23 Prozent, die ÖVP bei 35 Prozent.

FPÖ vor Verlusten, grüne Welle könnte weitergehen

Bei den Freiheitlichen dürfte der Wahltag wohl für Ernüchterung sorgen. Die Partei kommt nach der Ibiza-Wahl nicht zur Ruhe. Ein Politbeben nach dem anderen lässt die Umfragewerte auch in der Steiermark sinken, und zwar auf zuletzt nur noch knapp 20 Prozent. 2015 erreichte man noch über 26 Prozent. Die Grünen dürften wohl ihr Ergebnis verdoppeln. Laut Umfragen ist mit einem Ergebnis von ca. 13 Prozent zu rechnen.

Rekord bei Briefwahl wahrscheinlich

Indes zeichnet sich ein Rekord bei der Briefwahl ab. Fast 14 Prozent der Wähler dürften diese Möglichkeit nützen. Es wurden 102.846 Wahlkarten für die Landtagswahl ausgegeben. So viele, wie noch nie! Rund 88.400 der ausgegebenen Wahlkarten dürften in „fremden“ Wahlkreisen verwendet werden. Diese Stimmen werden erst am Montag ausgezählt. Somit könnten die NEOS oder die KPÖ noch auf die Briefwahl hoffen, wenn sie laut dem vorläufigen Ergebnis vom Wahlsonntag den Einzug in den Landtag knapp verpasst haben sollten. Beide Parteien zittern nicht nur wegen knapper Umfragewerte von 4 bis 6 Prozent um den Einzug. Das umstrittene Wahlsystem, wonach mindestens ein Grundmandat für den Einzug notwendig ist, macht es kleinen Parteien traditionell schwerer.

 

(red)

Titelbild: APA Picturedesk

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