Irrer Juwelenraub in Dresden

Täter weiterhin auf der Flucht

Nach dem spektakulären Juwelenraub im Dresdner Residenzschloss geht die Fahndung nach den Tätern weiter. Die Polizei will sich zur Feststellung des Verlustes und zum Stand der Ermittlungen am Nachmittag äußern.

Wien, 26. November 2019 / Einen Tag nach dem irren Diebstahl im Grünen Gewölbe des Dresdner Residenzschlosses geht die intensive Spurensuche der Polizei am Tatort weiter. Ein Sprecher der Polizei gab am Dienstag bekannt, dass es bisher noch keine heiße Spur in dem Fall gebe. Nach den Tätern werde weiterhin gefahndet. Die Polizei will am frühen Nachmittag über den aktuellen Ermittlungsstand informieren. Das betrifft auch die Höhe des Verlustes.

Täter drangen mit Axt und Taschenlampe ein

Zwei Unbekannte waren am Montagmorgen in das streng gesicherte Museum eingedrungen und hatten zahlreiche Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten gestohlen. Nach Angaben der Ermittler stiegen sie über eines der vergitterten Fenster ins Residenzschloss ein und gingen dann gezielt ins Juwelenzimmer. Auf einem von der Polizei veröffentlichten Überwachungsvideo sind zwei Einbrecher zu sehen, die mit Taschenlampen den dunklen Raum betreten und mit einer Axt auf die Vitrine einschlagen. Die drängende Frage: Warum griff keiner ein?

Marion Ackermann, Chefin der Kunstsammlung:

„Das Menschenleben geht immer vor“.

Die Securities hätten deshalb sofort die Polizei gerufen.

Ausmaß des Verlustes nicht abschätzbar

Noch steht das Ausmaß des Verlustes, mit dem das berühmte barocke Schatzkammermuseum international in die Schlagzeilen geraten ist, nicht endgültig fest. Selbst Museumsdirektor Dirk Syndram kannte bis Dienstagvormittag den Umfang der gestohlenen Juwelen nicht. Immerhin sei die Vitrine nicht vollständig leergeräumt worden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (DPA). „Ich habe ein Foto gesehen, das zeigt, dass nicht alles fehlt.“

Eine umfassende Bestandsaufnahme ist erst nach Ende der Spurensicherung möglich.

„Sobald der Tatort freigegeben ist, werden wir die Sachen schnellstmöglich bergen und wissen, wie viel von den knapp 100 Objekten, die insgesamt in der Vitrine waren, nicht mehr da sind“,

sagte Museumsdirektor Syndram.

Museum sperrt wieder auf

Das Historische Grüne Gewölbe wurde 1945 teilweise zerstört und bis 2006 authentisch wiederhergestellt. Absolutes Highlight des Museums ist das Juwelenzimmer mit vier Hightech-Vitrinen, in denen bisher Diamanten und Brillanten auf tiefdunkelblauer indischer Rohseide lagen.

Das Residenzschloss soll laut den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nach dem regulären Schließtag am Dienstag schon mittwochs wieder für Besucher öffnen. Das Historische Grüne Gewölbe bleibt indes auf unbestimmte Zeit geschlossen.

 (wb/APA)

Titelbild: ZackZack/OW

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