Casinos-Aktionär entsetzt

Rücktritte gefordert

Nun rumort es auch intern bei den Casinos Austria. Die Sazka-Group, die mit 39,29% an den Casinos beteiligt ist, zeigt sich angesichts der Posterschacher-Affäre fassungslos.  

Wien, 29. November 2019 / Der tschechische Casinos-Austria-Aktionär Sazka fordert nach den Turbulenzen beim teilstaatlichen Glücksspielkonzern eine umfassende personelle Erneuerung.

Sidlos Besetzung „schockiert“

Sazka-Chef Robert Chvatal zeigte sich über die Vorgänge rund um die Besetzung von Casinos-Finanzchef Peter Sidlo „schockiert“.

„Wir glauben, dass da Einzelpersonen in absolut inakzeptabler Weise und nicht zum Wohle des Unternehmens gehandelt haben. Die sollten persönliche Konsequenzen ziehen“,

so Chvatal im „Standard“.

„Ich habe so etwas noch nie erlebt“

Chvatal berichtet weiter, dass es Druck aus dem Aufsichtsrat auf die Sazka gegeben habe, „nicht zu viele Troubles zu machen“.

„Wir haben großen Druck gespürt, für eine Person zu stimmen, die eindeutig und ohne jeden Zweifel unzureichende Berufserfahrung für eine CFO-Position in so einem großen Glücksspielunternehmen hat. Nun wissen wir, wieso …“,

so Chvatal. Der Ausmaß des Postenschacher habe sein „Vorstellungsvermögen überstiegen“. „Ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagte Chvatal.

Zukunft ohne Novomatic geplant

Zur weiteren Vorgangsweise hielt Chvatal fest: „Wir glauben fest daran, dass sich die beiden größten Aktionäre, Sazka und ÖBAG, mit zusammen 71 Prozent rasch gemeinsam auf das Wohl des Unternehmens, künftiges Management, Strategie und Geschäft verständigen sollten. Wir, Sazka und ÖBAG, sollten die Reset-Taste drücken und gemeinsam die Casag kontrollieren. Und keine Deals im Hintergrund tolerieren.“ Dieser Vorschlag dürfte Novomatic nicht schmeicheln. Mittlerweile überlegt Novomatic offen, das operative Geschäft in Österreich zu verkaufen (zackzack.at berichtete).

(fr)

Titelbild: APA Picturedesk

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