Heroin-Epidemie in USA

Behörden ermitteln gegen Pharmakonzerne

Die USA erlebt eine massive Opioid-Krise. Hunderttausende sind am extrem starken Opioid „Fentanyl“ in den letzten Jahren gestorben. Verantwortlich dafür könnten auch Pharmakonzerne sein. Gegen große Unternehmen wird jetzt ermittelt.

Washington, 27. November 2019 / Die häufigste Todesursache in den USA von unter 50-Jährigen? Opium! Vor allem das synthetische hergestellte Fentanyl. Die USA erlebt eine Fentanyl-Epidemie. Und möglicherweise sind auch Pharmakonzerne für diese Pest verantwortlich. Denn jetzt droht einigen Schmerzmittel-Firmen rechtliches Ungemach.

Drogen-Dealer Pharmakonzern?

Die US-Justizbehörden prüfen, ob die Pharmakonzerne gegen das bundesweite Suchtmittelgesetz verstoßen haben. Konkret geht es gegen Hersteller und Händler von Schmerzmittel, die abhängig machende Opioide beinhalten (unter anderem Fentanyl).

Das schrieb das „Wall Street Journal“ am Dienstag unter Berufung auf Insider. Die Ermittlung stehe aber noch am Anfang. Pikant: Eigentlich dient das Gesetz zur Verfolgung von Drogen-Dealern. Jetzt geht es aber gegen Unternehmen, die mit Schmerzmitteln zur grassierenden Medikamentenabhängigkeit in den USA beigetragen haben sollen.

Hunderttausende Tote

Ermittlungen sollen gegen die Handelsketten Teva, Mallinckrodt, AmerisourceBergen, Amneal, McKesson und Johnson & Johnson gerichtet sein. Sie stehen schon jetzt gehörig unter Druck.

Den Pharmakonzernen wird vorgeworfen, mit ihren Produkten den Grundstein für die Schmerzmittel-Epidemie gelegt zu haben. In den vergangenen Jahren führte die Epidemie laut US-Behörden zu Hunderttausenden Toten durch Überdosierungen. Bundesstaaten, Städte und Landkreise fordern von den Unternehmen Milliarden von Dollar zurück, die sie für den Kampf gegen Opioid-Abhängigkeit und Überdosierungen ausgegeben haben.

(apa/red.)

Titelbild: APA Picturedesk

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