Strache vor Ausschluss

Länderchefs stimmen Hofer und Kickl zu

Nachdem Kickl und Hofer bereits lautstark für einen Auschluss Straches aus der FPÖ plädierten, schießen nun die Landesparteichefs der Freiheitlichen nach. Am Mittwoch tagt dazu offenbar auch das Wiener Landesparteigericht, eine Entscheidung könnte am Donnerstag verlautbart werden.

Wien, 27. November 2019 / Bereits am Dienstag sagte FPÖ-Chef Hofer, es werde „nicht mehr allzu lange dauern“, bis die Wiener Partei sich für den Ausschluss entscheidet. Auch Klubchef Kickl stimmte Hofer zu und wolle das Kapitel Strache endgültig schließen. Straches Angebot für den Posten als Wiener Parteichef sei für Kickl „ein Witz“.

Länderchefs für Ausschluss

Nun sprangen auch die Landesparteichefs der FPÖ Kickl und Hofer bei. Die FP-Chefs von Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Vorarlberg und Kärnten forderten explizit den Ausschluss Straches. Für Oberösterreich-Chef Manfred Haimbuchner sei eine Trennung „unumgänglich“. Für Tirols Abzwerger ist es „längst überfällig“.

Tüftelt Strache an eigener Liste?

Der Tiroler FP-Chef glaube zudem, dass der Ex-Vizekanzler bereits an einer eigenen Liste bastle. Jedoch sei er für ihn kein Jörg Haider: „Er steht allein da“. Als einziger auf die Seite Straches schlug sich Burgenland-Landeschef Johann Tschürtz. Er hätte zugewartet, bis die Staatsanwaltschaft entschieden habe.

Sidlo wäre Vorsitzender

Heute soll demnach auch das Parteigericht der Wiener Landespartei über die Frage eines Ausschlusses Straches tagen. Besonders kurios: dessen Vorsitzender ist Casinos Austria-Finanzvorstand Peter Sidlo. Ausgerechnet jener Wiener FPÖ-Funktionär, der seit Wochen im Zentrum der Casinos-Affäre steht. Aufgrund des naheliegenden Befangenheitsrisikos übernimmt den Vorsitz jedoch sein Stellvertreter Friedrich Stefan. Eine offizielle Entscheidung wird am Donnerstag erwartet.

(bf/APA)

Titelbild: APA Picturedesk

Aktuell

ZACKZACK unterstützen

Unsere kleine Redaktion kann mit 16 Redakteur*innen, Layouter*innen, Videomachern und einem Karikaturisten jeden Tag ZackZack neu machen.  Dazu braucht es 3.000 Euro am Tag für unabhängigen Journalismus.

Schließen