Saab nicht mehr flugfähig

Komplettausfall der Flugüberwachung?

Das Bundesheer muss eine Hiobsbotschaft hinnehmen. Aufgrund beschädigter Bolzen können die Saab-105-Flieger des Heeres nicht mehr abheben. Nun müssen die Eurofighter, die Luftraumüberwachung übernehmen. Die Mehrkosten könnten in astronomische Höhen steigen: Eine Eurofighter-Flugstunde kostet das Zehnfache einer Saab-105-Stunde.

Wien, 30. November 2019/ Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erläuterte, dass die Eurofighter für einige Monate bis zur Reparatur der Saab-Flieger ihre Aufgaben übernehmen könnten. Zuletzt waren dies 25 Prozent der Überwachungstätigkeit. Problematisch könnte dies werden, sollte der Eurofighter-Standort Zeltweg aus Witterungsgründen ausfallen. Bis jetzt konnte man stehts auf die in Linz-Hörsching stationierten Saab ausweichen.

Belastung für Piloten

Neben dem Ausfallrisiko bedeutet dies auch eine zusätzliche Belastung für die Eurofighter-Piloten. Diese müssen nun mit mehr Einsatzzeiten rechnen. Auf der anderen Seite müsse für die Saab-Piloten eine andere Flug-Möglichkeit zu Trainingszwecken gefunden werden, etwa auf kleineren Fliegern des Heeres oder in Kooperation mit anderen Staaten.

Zehnfache Kosten pro Stunde

An sich sollen die in den 1970er-Jahren angeschafften Saab ohnehin nur mehr bis Ende kommenden Jahres im Einsatz sein. Trotzdem hat man sich beim Heer für eine Reparatur entschieden, da diese deutlich billiger käme, als mit den Eurofightern das ganze Jahr 2020 allein zu überwachen. Zum Vergleich: eine Saab-Stunde kostet 3.000 Euro, eine der Eurofighter mehr als das Zehnfache. Wer den Saab nachfolgt, ist übrigens noch immer ungeklärt.

Herausgekommen ist das Problem mit den Bolzen bei einer Prüfung der schwedischen Luftwaffe an den gleichen Fliegern. Bei einer Nachkontrolle in Österreich sind dann die selben Risse entdeckt worden.

(bf/APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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