Die Boulveard-Connection

SPÖ bietet gekündigten Mitarbeitern Stellen bei „Österreich“ an

Die SPÖ hat traditionell gute Verbindungen zum Boulevard. Jetzt sollen geschasste Mitarbeiter bei „Österreich“ unterkommen.

Wien, 03. Dezember 2019 / Vor einer Woche wurde bekannt, dass die Bundes-SPÖ wegen ihrer hoffnungslosen finanziellen Situation ein Viertel ihrer Mitarbeiter kündigt. Die SPÖ kündigte an, wenigstens einige Mitarbeiter bei anderen Organisationen unterbringen zu wollen. Nun wurde das Gerücht laut, dass Mitarbeiter zu Wolfgang Fellner Boulevardblatt „Österreich“ wechseln sollen.

Mehrere Quellen (die Insider aus der Löwelstraße wollen anonym bleiben) bestätigten auf Nachfrage von ZackZack.at: SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch bot Mitarbeitern Stellen am „Österreich“-Newsdesk und im Social Media-Bereich an. Diese Stellen sind derzeit bei „Österreich“ nicht ausgeschrieben. Christian Deutsch selbst wollte dazu nicht Stellung nehmen. Auch Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner war nicht für einen Kommentar zu erreichen.

Gute Kontakte

Die SPÖ hat traditionell gute Kontakte zum Boulevard. 2008 schrieb der neu gekürte SPÖ-Parteichef seinen berühmten Brief an Krone-Herausgeber Hans Dichand. Seine politische Strategie brachte er damit ganz auf Krone-Linie. Positive Berichterstattung gegen Anzeigen – so funktioniert das Mediengeschäft seit eh und je. Christian Kern versuchte, „Österreich“ zu boykottieren, musste aber bald wieder zurückziehen.

Ein Arbeitsplatz für jeden

„Wir versuchen derzeit auch, bei anderen Gesellschaften oder Organisationen Arbeitsplätze für Dich und andere KollegInnen, von denen wir uns ebenfalls trennen werden müssen, Ersatzarbeitsplätze zu finden“, hieß es im Kündigungs-E-Mail an die gekündigte Mitarbeiter. Die sollen, „zur Besprechung bereits einen Lebenslauf, Dienstzeugnisse und sonstige Qualifiaktionsnachweise“ mitbringen, „damit wir gemeinsam mit Dir prüfen können, welche allfälligen sonstigen Arbeitsplätze für Dich interessant sein könnten“.

Stefan Hirsch, SPÖ-Kommunikationschef erklärte gestern: „Das Ziel ist, dass wir jedem ein Arbeitsplatzangebot machen können.“ Die Landesparteien hatten jedenfalls bereits öffentlich angeboten, Mitarbeiter zu finanzieren – etwa über eine Länderkoordinationsstelle in der Bundespartei. Das scheint nicht zu reichen. Ob nun die Boulevard-Connection einspringen kann?

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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