Geldtaschen für Strache

Spur führt zu Oligarchen

Wieder Wirbel um Strache. Bilder wurden veröffentlicht, die Sporttaschen mit Geldbündel zeigen. Sie sind aus dem Ermittlungsakt gegen Strache. Die Spur führt zum ominösen Mandatskauf von 2013. Dazu veröffentlicht ZackZack.at neue Dokumente.

Wien, 04. Dezember 2019 / Nach den Nationalratswahlen 2013 rutschte Thomas Schellenbacher (FPÖ) ins Parlament. Eigentlich stand er auf einem unwählbaren Listenplatz. Doch weil andere auf ihr Mandat verzichteten, bekam Schellenbacher sein Mandat.

So rutschte Schellenbacher ins Parlament. Pikant: Auch Johannes Hübner ist auf der Liste zu finden.

Laut Zeugen floss dafür viel Geld aus der Ukraine an die FPÖ, und zwar 10 Millionen Euro! ZackZack.at berichtete bereits im September. Der Fluss von 3 Millionen Euro kann durch Kontoauszüge nachgewiesen werden. Über den Verbleib der restlichen Millionen ist derzeit nichts bekannt. Eingefädelt wurde der Deal zwischen der FPÖ und ukrainischen Oligarchen offenbar von Ernst N. Ihm sollen nach eigenen Aussagen 2 Millionen Euro für die Vermittlung versprochen worden sein. N. bekam die Millionen allerdings nie. Deshalb klagte er die FPÖ – gerade so, als handle es sich um ein ganz normales Geschäft.

Schellenbacher und die Geldtaschen

Die Ermittlungen gegen Strache führen nun offenbar erneut in die Causa Schellenbacher. Der „Kurier“ veröffentlichte vor zwei Tagen Bilder von Sporttaschen, vollgepackt mit Geldscheinen. Aufgenommen wenige Monate, nachdem Schellenbacher ins Parlament rutschte.

Brisant: Laut WkStA ist der vermutete Mandatskauf allerdings nicht strafbar. Mögliche Bargeldzahlungen wären es allerdings sehr wohl. Steuerhinterziehung stünde dadurch im Raum. Straches ehemalige Assistentin sagte laut „Kurier“ vor den Behörden aus, dass sie sich erinnern könne, einen Bargeldbetrag zur Begleichung eines Urlaubs in gebündelten Scheinen von Strache erhalten zu haben.

Mandatskauf nicht strafbar – Bargeldzahlungen aber schon?

Woher das Bargeld stammte, fragte die Assistentin nicht. Laut einer Anzeige könnte das Geld aber von ukrainischen Oligarchen kommen. Es besteht der Verdacht, dass Thomas Schellenbacher der Vertrauensmann dieser Oligarchen war. Wurde die Gegenleistung an die FPÖ via Sporttaschen an die FPÖ transferiert? Laut Straches Leibwächter holte der Ex-FPÖ-Chef das Bargeld aus einer Wiener Anwaltskanzlei. Die Kanzlei soll einem früheren FPÖ-Abgeordneten gehören. Dabei könnte es sich um den Ex-Volksanwalt Peter Fichtenbauer handeln, der laut N. den Oligarchen-Deal mit eingefädelt haben soll.

Auf die zwei Millionen Euro Vermittlungsprovision wartet N. bis heute. Er klagte die Forderung zivilrechtlich. Die Klage liegt ZackZack.at vor. Die Aussagen N.s werden außerdem durch einen weiteren Zeugen bestätigt, dessen eidesstattliche Erklärung ZackZack.at ebenfalls vorliegt. Es gilt die Unschuldsvermutung für alle Beteiligten.

(red)

Titelbild: APA Picturedesk

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