Google-Gründer treten zurück

Paukenschlag im Silicon Valley. Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin treten beim Google-Mutterkonzern Alphabet zurück. Neuer Chef von Alphabet wird der bisherige Google-Chef Sundar Pichai. Damit zementiert er seine Rolle als einer der mächtigsten Männer des kalifornischen Tech-„El Dorados“ Silicon Valley.

Wien, 04. Dezember 2019/ 1998 gründeten die beiden Informatiker Sergey Brin und Larry Page in ihrer Garage das Unternehmen Google. Der Name ist eine Anspielung auf die Zahl 10100 genannt „googol“. Die Suchmaschine ist momentan der zweitgrößte Internetkonzern der Welt. Seit 2015 firmiert Google unter dem Dachverband Alphabet. Page und Brin wechselten zu Alphabet und übergaben das Google-Zepter an Sundar Pichai.

Weiterhin im Verwaltungsrat

Nun kündigten Page und Brin an, sich auch aus Alphabet zurückzuziehen. Sie werden aber ihre Sitze im Verwaltungsrat, der dem Vorstand übergeordnet ist, weiter besetzen. Nachfolger der beiden wird nun ebenfalls Sundar Pichai.

Branchenbeobachter spekulierten bereits seit einiger Zeit über die Zukunft von Page: Der 46-jährige ließ sich kaum in der Öffentlichkeit blicken. Er überließ Pichai zum Beispiel auch die Telefonkonferenzen mit Analysten nach Vorlage der Quartalszahlen.

„Klammern nicht an Management-Position“

„Wir waren nie welche, die sich an Management-Positionen klammern, wenn wir denken, dass es einen besseren Weg gibt, das Unternehmen zu leiten“,

verkündeten Page und Brin in einem gemeinsamen Eintrag im Firmen-Blog.

Zu Alphabet gehören heute zum Beispiel die Roboterauto-Firma Waymo und der Lieferdrohnen-Entwickler Wing. Die Einnahmen kommen allerdings nach wie vor fast ausschließlich aus dem Werbegeschäft von Google. Die anderen Alphabet-Firmen mit ihren neuen Technologien erzeugen hohe Kosten bei überschaubaren Umsätzen. Die Stärke des Google-Geschäfts ließ aber die Aktie in diesem Jahr bisher um rund ein Viertel zulegen.

Strafen kein Problem

Der Konzern steht jedoch – genauso wie andere amerikanische Tech-Schwergewichte unter verstärktem politischem Druck. Inzwischen nehmen auch die lange wohlwollenden US-Wettbewerbshüter Google ins Visier. In Europa verhängte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager bereits Strafen von mehr als acht Milliarden Euro gegen Google. Der Internet-Konzern steckte sie locker weg. Aktuell prescht Frankreich mit einer Digitalsteuer vor.

(APA/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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