56 hungrige Eisbären auf Streifzug

Unterernährte Eisbären machen gerade den Nordosten Russlands unsicher. 56 Tiere wurden in der Nähe des Dorfes Ryrkaipij gesichtet. Patrouillen sollen nun verhindern, dass die hungrigen Bären in die Häuser gelangen.

Wien, 06. Dezember 2019/ Die Zahl der Mitarbeiter sei aufgestockt worden. Eisbären sind in der Region nach Angaben der Umweltschützer zwar zu Hause. Ungewöhnlich sei aber, dass sich so viele in eine besiedelte Region wagten. In dem Dorf sind deswegen den Angaben nach sämtliche öffentliche Veranstaltungen abgesagt worden. Kinder werden demnach mit Bussen zum Kindergarten oder zur Schule gebracht.

Ungewöhnlich warme Temperaturen

Auf der Halbinsel herrschen dem WWF zufolge für Anfang Dezember ungewöhnlich warme Temperaturen. Deshalb sei das Eis vor der Küste noch nicht dick genug, damit Eisbären dort auf Robbenjagd gehen könnten. Tierschützer machen die Erderwärmung dafür verantwortlich.

Erst im Februar hatten sich auf der Inselgruppe Nowaja Semlja über Wochen etwa 50 Eisbären in der Nähe von Menschen aufgehalten. Sie durchsuchten Mülltonnen und drangen in Häuser ein. Auch im Sommer gab es Berichte von einzelnen Bären in dem Gebiet.

Umweltschützer wollen Ende der Jagd

Die Organisation Pro Wildlife forderte indes ein Ende der Eisbärenjagd. Derzeit lebten weltweit noch etwa 26 000 Tiere, zitierten die Umweltschützer Daten der Weltnaturschutzunion IUCN. Ihr Bestand werde Prognosen zufolge bis 2050 allein wegen der Erderwärmung um 30 Prozent zurückgehen. „Kanada erlaubt als einziges Land die Jagd für den kommerziellen Handel mit Fellen“, hieß es. Europa sei ein bedeutender Absatzmarkt für Felle, auch ein Großteil der Trophäenjäger komme aus der EU. Die Jäger und Händler hätten es auf die größten und stärksten Tiere abgesehen. Diese seien für die Überlebens- und Anpassungsfähigkeit der Art jedoch besonders wichtig.

(APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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