Zwei Bundesländer wollen Impfpflicht

Die beiden ÖVP-Landeshauptleute Mikl-Leitner (NÖ) und Schützenhöfer (STMK) wollen nun eine Impfpflicht für Masern. Bereits ab 2020 gilt die Impfpflicht in Deutschland. Bei Nichteinhaltung drohen Strafen bis zu 2.500 Euro.

Wien, 06. Dezember 2019 / Mikl-Leitner wünscht sich, die verpflichtende Masernimpfung über den Mutter-Kind-Pass vorzuschreiben.

“Es geht hier um eine Entscheidung der Vernunft.”

Der steirische Landeschef Schützenhofer betonte:

“Wir müssen die Schwachen in unserer Gesellschaft, und das sind die Kinder, schützen, und wir müssen alle davor schützen, angesteckt zu werden.”

Gesundheitsministerin will Aufklärung

Gesundheitsministerin Zarfl verwies auf die laufende Novellierung des Epidemiegesetzes, das eine Masern-Impfpflicht für im Gesundheitsbereich tätiges Personal vorsieht. Was die Durchimpfungsraten in der Bevölkerung betrifft, bezog sie sich gegenüber dem ORF auf Erfahrungswerte aus anderen europäischen Ländern, wo jene am erfolgreichsten seien, “die viele Möglichkeiten vorsehen”, um versäumte Impfungen nachzuholen. Schweden beispielsweise habe eine der höchsten Impfraten EU-weit, aber keine Pflicht. Auf Basis dieser Evidenz, so Zarfl, wolle die Übergangsregierung auf verstärkte Aufklärung und Erinnerung setzen. Schließlich erhielten 95 Prozent der Kinder in Österreich noch die erste Teilimpfung gegen Masern, die zweite – notwendige – werde dann aus verschiedensten Gründen nicht mehr so häufig absolviert. Zarfl hofft indes, dass durch die Einführung des elektronischen Impfpasses die Durchimpfungsrate ansteigt.

Andere Bundesländer skeptisch

Skeptisch bezüglich einer Impfpflicht äußerte sich gegenüber dem ORF das Büro von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (VP) – das Land Salzburg wolle mehr auf Aufklärung, Überzeugungsarbeit und positive Anreizsysteme setzen. Und auch die SP-geführten Bundesländer hätten eine eher skeptische bis ablehnende Haltung, hieß es.

Empfindliche Strafen in Deutschland

Anders in Deutschland: Dort müssen ab März 2020 Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kindertagesstätte oder Schule nachweisen, dass die Kinder gegen Masern geimpft sind. Es sollen Strafen bis zu 2.500 Euro drohen.

(APA/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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