DAÖ wird scheitern

Kommentar

Die Liste Strache ist fix. Nur heißt sie nicht Liste Strache, sondern „Die Allianz für Österreich.“ Also wieder eine Personenliste. Und wahrscheinlich wird sie letztendlich scheitern. 

Wenige Beispiele zeigen so sehr, dass das Leben zyklisch ist, wie Personenlisten. Es ist immer das Gleiche: Altgediente und oft charismatische Politiker gründen eine eigene Partei – oder wohl eher meist eine Zweckgemeinschaft. Anfangs sind sie oft durchaus erfolgreich, aber langfristig scheitern sie meist. Das hat strukturelle Gründe. Am besten sah man es bei Peter Pilz: Aus dem Stand ins Parlament geschafft. Nach weniger als 2 Jahren war dann aber Schluss. Etwas länger hielt sich das BZÖ mit Jörg Haider an der Spitze. Immerhin spielte es fast acht Jahre eine bundespolitische Rolle. Bei Stronach waren es fünf Jahre. Auch auf Länderebene gab es zeitweilig erfolgreiche Projekte.

Punktuell konnten einige dieser Listen die Politik in ihrem Sinne beeinflussen. Nachhaltig war nichts davon. Das liegt daran, dass die zweite Reihe dieser Parteien nicht einhalten können, was der jeweilige Frontmann verspricht. Anfängliche Mitstreiter wenden sich früher oder später ab. Es fehlt an einer Struktur, die sie halten und ihnen langfristig Orientierung bieten könnte.

Strache hat gute Chancen auf Einzug

Strache wird es wahrscheinlich in den Wiener Gemeinderat schaffen. Er hat nach wie vor viele Fans und die gehören wahrscheinlich zu den treuesten, die man haben kann. Wer das Ibiza-Video verkraften kann, dem sind strafrechtliche Ermittlungen oder sogar Verurteilungen egal. Schaden wird er nur seiner eigenen Heimatpartei FPÖ. Noch wohnt dem „Anfang ein Zauber inne“, um es mit Hesse zu formulieren. Schwierig wird dann der zweite Antritt, sollte es den überhaupt geben. Zu schwierig ist der politische Alltag ohne die schützenden Hände einer schlagkräftigen Parteiorganisation.

(fr)

Titelbild: APA Picturedesk

Fari Ramic kommentiert

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