Casinos Austria:

Monopol in Bosnien?

Was Novomatic in Österreich immer wieder versucht hat, ist auf dem Balkan längst Realität. Nach Serbien und Montenegro hat Novomatic nun auch in Bosnien und Herzegowina ein Glückspielmonopol. Der Weg führt über eine Schweizer Gesellschaft.

Wien, 11. Dezember 2019 / Laut dem bosnischen Portal Capital hat die Lotterie der Republika Srpska dem Direktor Rajko Radovanović grünes Licht gegeben, um mit der vor kurzem in der Schweiz gegründeten „Casino Austria VLT“ einen Joint Venture-Vertrag  einzugehen. Die neue Firma soll „Elektronska video lutrija (EVL)“ heißen. Die stattliche Lotterie der Republika Srpska wird an der „EVL“ mit 49% beteiligt sein. Das ist die Folge des neues Glückspielgesetztes in der Republika Srpska. Kritiker sehen darin ein Einfallstor für ein Glückspielmonopol (zackzack.at berichtete). Es ermöglicht der staatlichen Lotterie, eine Partnerfirma bei der Organisation elektronischer Spiele einzuräumen – exklusiv. Und exklusiv wurde hierfür die Casinos Austira VLT auserkoren, obwohl diese nicht einmal die formellen Ausschreibungskriterien erfüllt hat.

Spur zu Novomatic?

Casino Austria VLT ist eine Aktiengesellschaft, die im Juli dieses Jahres in der Schweiz gegründet wurde. Sie wird von Johan Helmut Vede geleitet, einem österreichischen Staatsbürger, der laut Firmenbuch eine Geschäftsführertätigkeit für die Casinos Austria International Holding bekleidet. Das Motiv ist klar: Das Schweizer Gesellschaftesrecht ermöglicht größere Anonymität im Bezug auf die Eigentümerstrukturen hinter Kapitalgesellschaften. So scheinen die Casinos Austria und dadurch auch Novomatic nicht direkt auf.

(rc/fr)

Titelbild: APA Picturedesk

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