Wer ist Gernot Rumpold?

Folge 20: Der Mann fürs Grobe

Wien, 15. Dezember 2019 /

– geboren 1957 in Villach, ein „echter“ Kärntner – ob blau oder orange

– einst Mitglied von Jörg Haiders Buberlpartie, damals als „Mann fürs Grobe“ verschrien

– vom verurteilten Fußfesselträger zum Spalter 2.0: Nach dem BZÖ trägt die DAÖ auch seine Handschrift

Profil:

Der Kärntner Gernot Rumpold (62) hat eine lange und wilde Geschichte in der Politik – und darüber hinaus. War er in den 80er Jahren noch einfacher Mitarbeiter und dann Landesgeschäftsführer der FPÖ Kärnten, stieg Rumpold rasch weiter auf: während Jörg Haiders Zeit als Landeshauptmann vertrat er die Blauen im Bundesrat. Danach wurde er deren Bundesgeschäftsführer und gründete eine Werbefirma. Das Geschäft ging gut, Rumpold wurde Millionär. Das lag auch am ominösen Eurofighter-Deal: über einen Werbevertrag seiner Firma mit EADS bekam er ganze 6,6 Millionen Euro. Nach seinem tiefen Fall – Eurofighter-Vorwürfe, Verurteilung, Fußfessel, Konkurs, (vorläufiges) Ende der politischen Karriere – stieg er wie ein blau-orangener Phönix aus der Asche auf. Rumpold gehört seit Kurzem zu den Mitgründern der „Die Allianz für Österreich“ (DAÖ).

Doch wer ist dieser Gernot Rumpold? Wie das „Profil“ berichtete, soll er in seiner FPÖ-Zeit für eine Pressekonferenz 96.000 Euro und für die „Organisation und Durchführung“ eines Parteitages seiner eigenen Partei 30.000 Euro in Rechnung gestellt haben. Laut Brancheninformationen sollen die Leistungen allerding einem Gegenwert von etwa 1.000 bzw. 5.000 Euro entsprochen haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Doch die Unklarheit im genannten Fall brachte Rumpold nichts: die „Telekom-Austria-Affäre“ brachte ihn schließlich zu Fall, Rumpold wurde zu 33 Monaten teilbedingter Haftstrafe verurteilt. Pikant: nur 11 Monate waren als unbedingte Haftstrafe ausgesprochen worden, sodass er die Zeit mit Fußfessel außerhalb des Gefängnisses verbringen konnte. In dem Verfahren war es um eine Zahlung in Höhe von 600.000 Euro gegangen, die Gernot Rumpold als Geschäftsführer seiner Werbefirma von der Telekom Austria auf Grundlage einer Scheinrechnung entgegengenommen hatte. Rumpold verwendete das üppige „Honorar“ zur Gegenverrechnung von offenen Forderungen, die er selbst an die FPÖ richtete. 2014 wurde dann am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren über sein Vermögen eröffnet. Grund: Fehlinvestitionen und horrende Prozesskosten. Rumpold selbst hatte dafür sogar Galgenhumor übrig:

„Andere schaffen es vom Tellerwäscher zum Millionär. Ich habe es vom Millionär zum Tellerwäscher geschafft“.

Doch nicht nur das liebe Geld produzierte immer wieder Schlagzeilen über den Ex-Haider- und jetzt Strache-Jünger: seine überaus ruppige Art, auch im Umgang mit der Presse, brachte ihm den Ruf als „Mann fürs Grobe“ ein. Auch bei Haiders Abspaltung, dem BZÖ, soll er mit voller Härte bei der Realisierung der One-Man-Show behilflich gewesen sein. Das nehmen ihm bis heute viele Freiheitliche übel. Herbert Kickl äußerte sich über ihn erst kürzlich wie folgt:

„Der Herr Rumpold, den man wieder exhumiert hat (…)“.

Die Wunden bei der FPÖ sitzen tief. Und jetzt werden sie wieder aufgerissen: mit der Strache-Abspaltung DAÖ dürfte der Phönix wieder für ordentlich Wirbel in der österreichischen Polit-Landschaft sorgen.

Interessantes:

Bei einem feuchtfröhlichen Treffen der FPÖ erlaubte er sich 1992 einen fragwürdigen „Spaß“ gegenüber der Haider-Ziehmutter und Kärntner FP-Chef-Ideologin Kriemhild Trattnig. Er betrat die Bühne im Dirndl und äffte ihr so stark nach, dass sie infolgedessen zurücktrat. Viele Beobachter hatten damals Jörg Haider selbst hinter diesem Schmäh vermutet. Trattnig trat danach immer wieder als Kritikerin des BZÖ auf.

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

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