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FPÖ-Mölzer: Man hätte Strache nach Brüssel schicken sollen

Man hätte Strache nach Brüssel schicken sollen

FPÖ-Ideologe Andreas Mölzer hätte Strache nach Brüssel geschickt. Der FPÖ-Strache-Deal mit dem Mandat für Philippa war für Mölzer ein Fehler. Stattdessen hätte Strache sein EU-Mandat annehmen sollen. Zugleich würde er eine ÖVP-Minderheitsregierung unterstützen.

Wien, 18. Dezember 2019 / Der frühere EU-Abgeordnete Andreas Mölzer gibt der FPÖ-Führung eine Mitschuld an der Eskalation des Konflikts um Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache.

“Es hat sicher von der Parteiführung ein paar Fehlentscheidungen gegeben”,

sagte Mölzer gegenüber der APA.

Strache: Ab nach Brüssel

“Meines Erachtens hätte er das EU-Mandat nehmen sollen. Und wäre mit Berlusconi gemeinsam in der Versenkung im EU-Parlament verschwunden”,

sagte Mölzer. Die Lage hätte sich dann beruhigen können. Doch stattdessen habe man einen “Deal” mit Straches Frau Philippa gemacht. “Das ist dann alles daneben gelaufen.”

Mölzer gab gleichwohl Strache die Hauptschuld an der jetzigen Situation. Während Straches “Strafakt immer dicker wird”, würde dessen Chance auf ein politisches Comeback “immer kleiner”. Als “peinlich” für den Ex-Parteichef bezeichnete Mölzer die FPÖ-Abspaltung DAÖ. Dabei handle es sich um eine “Würstelsiedertruppe”, der er “überhaupt keine Chance” gebe.

“Nicht raten” könne er der FPÖ, in die Regierung einzutreten, sagte Mölzer. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Neuauflage von Schwarz-Blau nach der Nationalratswahl 2002, die “ein Fiasko für die Partei” gewesen sei. Nicht ausgeschlossen sei aber eine Regierungsbeteiligung “nach einer Konsolidierungsphase, oder dass man eine Minderheitsregierung stützen könnte, die unter Umständen wichtige Inhalte der FPÖ transportiert, die auch personell gewisse Vertrauensleute positionieren könnte”.

Hofer will regieren, Kickl nicht

Positiv sieht Mölzer, dass die FPÖ “von der charismatischen Parteiführung eines medial hochgepushten Parteichefs abgeht”, und zwar hin zu einer “sachpolitisch orientierten kollegialen Führung”. Mölzer räumte ein, dass es dabei auch “Reibereien” und “Zielkonflikte” geben könnte.

So würde der eine in die Regierung wollen, während der andere – “das weiß ich vom Kickl definitiv: Er will nicht” – für pointierte Oppositionspolitik stehe. Dann sei die Frage, wie man solche Konflikte “abhandelt”, ob dies etwa auch “persönlich” gemacht werde und man jemanden demontieren wolle.

“Im Moment sehe ich das Problem für die FPÖ nicht, weil das Überleben oder Wiederbeleben so im Mittelpunkt steht”,

so Mölzer.

(apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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