Samstag, Februar 24, 2024

Wird sie Corbyn-Nachfolgerin? Labour

Labour

Bis März kündigte Labour-Chef Jeremy Corbyn an, nach der Wahlschlappe vergangene Woche noch weiter im Amt zu bleiben. Davor soll ein offener Wettkampf um die Parteispitze herrschen. In der Pole-Position befindet sich die 40-jährige Rebecca Long-Bailey.

Wien, 18. Dezember 2019 / In der voll auf Corbyn zugeschnittenen Wahlkampagne war Long-Bailey eine der wenigen führenden Labour-Stimmen. Sie trat nicht nur in Fernsehdebatten auf, sondern durfte Corbyn auch schon bei der Fragestunde an den Premierminister im Unterhaus vertreten.

Corbyn und andere führende Labour-Politiker hatten sich noch in der Wahlnacht beeilt, den Brexit als Hauptgrund für den beispiellosen Wählerschwund in den Kerngebieten zu nennen. Doch greift diese Analyse nach Einschätzung von Beobachtern zu kurz. Europaskeptisch sind traditionelle Labour-Wähler nämlich insbesondere deswegen, weil sie sich schon seit Jahren “abgehängt” fühlen. Um sie anzusprechen, braucht es wohl Kandidaten mit starkem regionalem Bezug wie Long-Bailey.

Long-Bailey hat Unterstützung der Partei

Erst vor vier Jahren ins Parlament gewählt, machte sie unter Parteichef Corbyn rasch Karriere. Zunächst Schatten-Staatssekretärin für Budgetfragen, wurde sie Anfang 2017 Schattenministerin für Wirtschaft, Energie und Industrielle Strategien. Als solche war Long-Bailey führend an der Formulierung der radikalen Klimastrategie von Labour beteiligt.

Medienberichten zufolge hat Long-Bailey nicht nur die Unterstützung von Corbyn und seines einflussreichen Schatten-Schatzkanzlers John McDonnell, sondern auch jene des größten Labour-Geldgebers, der Gewerkschaft Unite.

Konkurrenten gehen aufeinander los

Der Hype um nordenglische Abgeordnete wie Long-Bailey, Nandy und Philips zeigt, dass es EU-Befürworter wie die Schatten-Außenministerin Emily Thornberry und Schatten-Brexitminister Keir Starmer im Rennen um den Labour-Vorsitz schwer haben werden. Während Starmer nur noch Außenseiterchancen gegeben werden, dürfte Thornberry nach einer beispiellosen Attacke auf die abgewählte Abgeordnete Caroline Flint aus dem Spiel sein. Flint hatte Thornberry am Sonntag vor laufender Kamera abschätzige Äußerungen über Labour-Wähler in Flints nordenglischen Wahlkreis Don Valley vorgeworfen. “Ich bin froh, dass meine Wähler nicht so blöd sind wie Deine”, soll die Londoner Abgeordnete in Richtung Flints gesagt haben.

Labour vor Existenz-Problem

Das Scharmützel zwischen Flint und Thornberry ist nach Einschätzung von Beobachtern nur ein Vorgeschmack auf den Verlauf der Parteichefwahl, die am 7. Jänner offiziell starten und drei Monate dauern soll. Nach der größten Wahlniederlage seit den 1930er Jahren sehen nämlich viele Beobachter nichts weniger als die Existenz der Arbeiterpartei auf dem Spiel.

(APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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