Ibiza adé!

Güssinger ist pleite

Um das Güssinger Mineralwasser tobte in den letzten Monaten ein Kampf zwischen osteuropäischen Investoren. Mittendrin, statt nur dabei: Die FPÖ. Jetzt ist Güssinger pleite.

Wien, 19. Dezember 2019 / Der burgenländische Mineralwasserabfüller Güssinger ist zahlungsunfähig. Beim Landesgericht Eisenstadt wurde am Donnerstag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, wie der KSV1870 mitteilte. Eine Fortführung des Unternehmens wird beabsichtigt. Allerdings soll der Betrieb zunächst geschlossen werden, um unter anderem den Maschinenpark zu erneuern.

Ostmafiakrieg als Grund für die Pleite?

Güssinger war in die Schlagzeilen geraten, weil das Unternehmen zum Spielball eines mit harten Bandagen ausgetragenen Konflikts zwischen russischen und bulgarischen Unternehmern wurde. Der Streit hatte alle Elemente eines Krimis: Russenmafia, Mordaufträge, Betrug. Ein Geschäftspartner des Ex-FPÖ Mandatars Thomas Schellenbacher war Geschäftsführer bei Güssinger; der russischstämmige Unternehmer, zu dessen Firmelngeflecht Güssinger gehörte, ist ein (Geschäfts-)Freund des ehemligen FPÖ-Klubobmanns Johann Gudenus. Viele Beobachter nehmen deshalb an, dass es beim angebotenen Verkauf des österreichischen Wassers auf Ibiza um Güssinger ging.

Dem Diskonter Hofer, Güssingers Hauptkunden, wurden die Verwicklungen im vergangenen Jahr zu viel. Er verbannte das burgenländische Mineralwasser aus seinen Regalen. Güssinger fehlt deshalb das Geld, um seine fällig gestellten Schulden zu begleichen. 17 Mitarbeiter und 120 Gläubiger sind von der Pleite betroffen.

(APA/red)

Titelbild: APA Picturedesk