Strache spionierte Gudenus aus

Schon wieder Skandal in der FPÖ! Kurz nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos im Mai dieses Jahres, soll Ex-Vizekanzler Strache „Parteifreund“ Johann Gudenus ausspioniert haben. Demnach habe Strache an eine innerparteiliche Ibiza-Verschwörung gegen sich geglaubt.

Wien, 19. Dezember 2019 / Im Zuge der Handy-Beschlagnahmung von Heinz-Christian Strache durch die Soko Ibiza, wurde ein brisantes Dossier in seiner Villa in Klosterneuburg gefunden. In diesem Dossier, das der „Kronen Zeitung“ vorliegt, sind Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Juni, also kurz nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos, enthalten.

Privatdetektiv engagiert

Bei den Fotos handelt es sich um Aufnahmen des ehemaligen FPÖ-Wien-Chefs und Ibiza-Darsteller Johann Gudenus bei tagtäglichen Aktivitäten. Strache habe demnach einen Privatdetektiv engagiert, um Gudenus nachzustellen.

Mehrere Wochen überwacht

Die Bespitzelung im Auftrag Straches soll sich über mehrere Wochen gezogen haben. Sowohl Fotos von privaten Treffen mit Ehefrau Tajana, als auch von Gudenus‘ Geschäftsterminen sind im Dossier zu finden, das im Verschlussakt der Soko Ibiza enthalten ist. Irre: Strache habe demnach geglaubt, dass Gudenus hinter seinem Untergang auf Ibiza stecken könnte.

Auch Nepp im Visier?

Dem Bericht zufolge soll Strache auch Gudenus-Nachfolger Dominik Nepp nachspioniert haben. Ermittler des Landesamtes für Verfassungsschutz- und Terrorismusbekämpfung (LVT) sollen alarmiert worden sein, weil auch Nepp offenbar im Visier der Überwachung stand. Das zumindest schreibt die „Kronen Zeitung“.

Wien-Spitzenkandidat Dominik Nepp äußerte sich auf Facebook über Straches vermeintliche Bespitzelung: Das ist für mich eine große menschliche Enttäuschung. Ich dachte wir wären Freunde gewesen“.

Norbert Hofer äußerte sich bei einer heutigen Pressekonferenz über die mögliche Überwachung von Gudenus. Hofer bezeichnete die Vorgänge Straches als „seltsam“. Demnach wurde die Rechnung für den Detektiv, die beim Parteibüro der FPÖ einlangte, nicht bezahlt und an den Auftraggeber (Strache) geschickt.

Strache-Statement auf Facebook

Der aus der FPÖ ausgeschlossene Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache hat sich am Donnerstag gegen Behauptungen, er habe einen Detektiv beauftragt und die Rechnung dafür an die Partei übergeben, gewehrt. In einer knappen Stellungnahme auf Facebook schrieb er, dass es von ihm keinen Auftrag an einen Detektiv gegeben habe.

Update 15:03: Artikel ergänzt um Strache-Statement

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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