Neue Verhaftungswelle in der Türkei

Das Regime von Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit einer neuen Verhaftungswelle begonnen. Es geht um Säuberungen in der Armee.

Wien/Ankara, 25. Dezember 2019 / In der Türkei sind mehr als drei Jahre nach dem Putschversuch von 2016 wieder Dutzende Menschen festgenommen worden. Staatsanwälte ließen am Mittwoch nach 131 Menschen suchen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu weiter berichtete, waren bis zum frühen Mittag bereits 62 Menschen in Haft.

Feinbild Gülen

Den Verdächtigen werden demnach Verbindungen zur Bewegung um den islamischen Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch von 2016 verantwortlich.

Erst am Freitag waren mindestens 94 Menschen inhaftiert worden. Am Dienstag vergangener Woche gab es nach Anadolu-Berichten mindestens 243 Festnahmen.

Kontrolle über Militär

Unter den Gesuchten sind wieder Soldaten. Die Regierung wirft Gülen auch vor, staatliche Institutionen wie Armee und Polizei gezielt infiltriert zu haben. Verteidigungsminister Hulusi Akar hatte im November gesagt, dass seit dem Putschversuch insgesamt 17.866 Mitglieder der Streitkräfte ihrer Posten enthoben worden seien. 2.709 seien suspendiert worden.

(APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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