Schredderman ist zurück

Arno M. wechselt ins Bundeskanzleramt

Sebastian Kurz holt sich einen alten Bekannten in das Bundeskanzleramt zurück. Arno M., jener Mitarbeiter der im Wahlkampf unter falschen Namen und, ohne zu bezahlen, fünf Festplatten aus dem Kanzleramt schredderte, ist nun wieder unter der Obhut des Kanzlers.

Wien, 09. Jänner 2020 / Nach der Bestellung von Dominik Schrott ins Innenministerium, also jenem ÖVP-Nationalratsabgeordneten, der im Jahr 2018 für Aufsehen mit einem Fake-Gewinnspiel sorgte, kommt nun ein zweiter umstrittener Mitarbeiter in einem ÖVP-geführten Haus unter. Arno M., der im Frühling des letzten Jahres durch das Schreddern von fünf Druckerfestplatten aufgefallen ist, wird Mitarbeiter im Kanzleramt.

Kein geborener Geheimagent

M. schredderte die Festplatten im Mai – kurz nach Aufkommen des Ibiza-Videos und unter Angabe eines falschen Namens und einer falschen Mailadresse. Er hinterließ jedoch seine echte Telefonnummer bei der Firma Reisswolf. Die Rechnung bezahlte er nicht. Mitarbeiter der Firma Reisswolf erkannten M. in einer TV-Übertragung an der Seite von Sebastian Kurz und erstatteten Anzeige, nachdem sie ihn auf der hinterlassenen Nummer anriefen – und M. mit seinem echten Namen ans Telefon ging (sein bei der Firma angegebener Fake-Name war Walter Maisinger, Red.).

Zu diesem Zeitpunkt war M. Mitarbeiter im Bundeskanzleramt, das damals noch in den Händen von Neo-Finanzminister Blümel war. Der Zeitpunkt der Nacht- und Nebel-Schredderaktion war insofern brisant, da sich ein erfolgreicher Misstrauensantrag gegen Kanzler Kurz in den jeweiligen Tagen bereits ankündigte.

M. kehrt an alte Stelle zurück

M. war bis dato als Haus- und Hoffotograph von Sebastian Kurz tätig und wechselte danach ins Kanzleramt. Nach Bekanntwerden des „Schreddergates“ wurde M. zurück in die ÖVP-Parteizentrale beordert. Bereits am ersten Tag des neu konstituierten Nationalrats kamen jedoch wieder Gerüchte auf über seine neue Rolle, wurde er doch gemeinsam mit Sebastian Kurz im Parlament gesichtet. Nun wird er wieder für den Kanzler im Bundeskanzleramt tätig sein.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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