Papst will Zölibat nicht aufheben

Papst Franziskus hat keine Absicht, das Priesterzölibat aufzuheben. Mit einem Text des vatikanischen Mediendirektors Andrea Tornielli, der am Montag auf der Webseite „Vatican News“ erschienen ist, reagiert der Vatikan auf die Sorge des emeritierten Papstes Benedikt XVI., dass die Ehelosigkeit der Priester aufgehoben werden könnte.

Wien, 13. Jänner 2020 / Am kommenden Mittwoch wird in Frankreich ein Buch Benedikts und des Kardinals Robert Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst, veröffentlicht. In dem 175 Seiten langen Band beteiligen sich die Autoren mit ihren Beiträgen an der Debatte über den Zölibat und die Möglichkeit der Priesterweihe für verheiratete Männer. Ratzinger und Sarah bezeichnen sich selbst als zwei Bischöfe im „kindlichen Gehorsam gegenüber Papst Franziskus“, die „die Wahrheit suchen“ in einem „Geist der Liebe zur Einheit der Kirche“. Sie verteidigen die Disziplin des Zölibats und führen Gründe an, die ihrer Meinung nach gegen eine Änderung sprechen.

„Der priesterliche Zölibat ist kein Dogma – er war es auch nie. Vielmehr ist er eine kirchliche Disziplin der lateinischen Kirche, die – wie die letzten Päpste einheitlich festgestellt haben – eine wertvolle Gabe bedeutet“, schrieb Tornielli in seinem Beitrag.

„Verschlossener Typ?“

Bei der Debatte zur Amazonien-Synode im Oktober sprach der Papst angesichts der Diskussion unter Theologen über die Möglichkeit, Ausnahmen zum Priesterzölibat für einige abgelegene Regionen zu gewähren, betonte Tornielli. Dabei habe der Papst jedoch präzisiert: „Es gibt keine Entscheidung von meiner Seite. Meine Entscheidung ist: kein optionaler Zölibat vor dem Diakonat, nein. Das ist meine persönliche Einstellung. Ih werde es nicht tun, das bleibt klar. Bin ich hier ein ‚verschlossener‘ Typ? Vielleicht. Aber ich verspüre nicht den Mut, mich mit dieser Entscheidung vor Gott zu stellen.“

Der Papst habe am 26. Oktober in seiner Schlussrede, nachdem er alle Phasen der Reden und der Diskussion im Saal verfolgt hatte, das Thema der Weihe verheirateter Männer nicht erwähnt, erinnerte der vatikanischen Medienchef. In derselben Rede sprach der Papst über die nötige Kreativität in neuen Diensten und über die Rolle der Frau, und er erinnerte an die Knappheit des Klerus in bestimmten Missionsgebieten und daran, dass viele Priester aus einem bestimmten Land in die sogenannte Erste Welt gegangen seien (USA und Europa), „und dass es keine Priester gibt, um sie in das Amazonasgebiet eben jenes Landes zu schicken“.

(APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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