Proteste im Iran

Trump zündelt weiter

Unruhiges Wochenende im Iran. Demonstranten fordern das Mullah-Regime heraus. Die Proteste bleiben allerdings im Vergleich zum November überschaubar. Trump versucht derweil, die inneren Spannungen für sich zu nutzen.

Teheran, 13. Jänner 2020 / Vereinzelte Proteste im Iran: Laut Agenturmeldungen sollen am Wochenende rund 3.000 Menschen gegen das islamistische Regime und dessen Oberhaupt Khamenei protestiert haben. Polizei und Sicherheitskräfte antworteten mit Tränengas und Wasserwerfern.

Trump will Proteste nutzen

Die Widerstände richten sich vor allem gegen den Abschuss des Passagierflugzeuges PS752 von voriger Woche. Auch bekannte Oppositionelle waren auf der Straße. Trump, der im heftigen Konflikt mit dem Mullah-Regime steht, instrumentalisierte die Demonstranten sofort. Er twitterte auf Persisch und forderte den Iran auf, nicht gegen die Demonstranten vorzugehen.

Doch die aktuellen Proteste sind wohl überschaubar. Dies liegt wohl auch an der Repressionswelle vom November. Im November entlud sich massiver Widerstand innerhalb der Bevölkerung. Es kam wochenlang zu Ausschreitungen. Das Internet war für eine Woche nicht verfügbar. Laut Nachrichtenagentur „Reuters“ sollen in den Novemberwochen 1.500 Menschen getötet worden sein, 7.000 sitzen seitdem in Haft.

Britischer Botschafter verhaftet

Verhaftet wurde am Wochenende auch der britische Botschafter in Teheran. Er nahm an den Protesten teil und wurde daraufhin wegen „Beteiligung an der Anstiftung“ für mehrere Stunden verhaftet. Laut dem Iran wurde er 15 Minuten festgehalten und seine Identität überprüft. Da Diplomaten im Regelfall unter besonderem Schutz stehen, kam scharfe Kritik aus Großbritannien und den USA.

Erneut Raketenangriff im Irak

Indes gehen die Unruhen in der Region weiter: nördlich von Bagdad wurde am Sonntag eine irakische Militärbasis angegriffen. Sie wurde auch von US-Soldaten genutzt, sie haben den Stützpunkt allerdings aufgrund des Konflikts schon verlassen. 8 Katschuja-Raketen trafen den Luftwaffenstützpunkt. Es ist noch unklar, wer hinter dem Angriff steckt. Vier irakische Soldaten wurden verletzt.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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