Slowakei:

Angeklagter gesteht Journalistenmord

Im Mordfall am Journalisten Jan Kuciak und seiner Frau hat der Angeklagte vor Gericht gestanden.

Prag, 13. Jänner 2020 / Zwei Jahre ist es her, dass der Journalist Jan Kuciak und seine Frau ermordet wurden. Er recherchierte im Umfeld von Politik und Mafia. Heute kam es zum Prozess und überraschend gestand der Angeklagte den Mord. Ihm wurde vorgeworfen, Kuciak und dessen Frau mit Schüssen in Kopf und Brust ermordet zu haben.

Weitere Verdächtige beteuern Unschuld

Zwei weitere Verdächtige zeigten sich weniger kooperativ. Einer verweigerte die Aussage, ein weiterer beteuerte seine Unschuld.

Nach der Tat kam es zu großen Demonstrationen. Sie forderten eine Aufklärung, nachdem Behörden im Dunkeln tappten. Kuciak berichtete immer wieder über politische Macht und Geschäftemacherei. Daraufhin hielt auch Premier Robert Fico nicht mehr stand. Er und dessen Innenminister traten zurück. Die Regierung blieb im Amt. Premier ist nun Peter Pellegrini, viele sehen in ihm bloß eine Marionette von Parteichef Fico.

Die Ermittlungen waren erfolgreich, nachdem die Auskundschaftung des Hauses von Kuciak festgestellt wurde. Untersuchungen im Umfeld der italienischen Mafia verliefen bis dahin im Sand.

Der Prozess fällt auch in den beginnenden Wahlkampf. Am 29. Februar wird ein neues Parlament gewählt. Der Prozess und die Mordermittlungen sind das zentrale Thema in der Slowakei. Denn sie fördert noch immer die Verbindungen von Unternehmen, Politik und Beamten zu Tage.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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