ALMA entdeckt außerirdisches Element:

Phosphor kam aus dem All

Ohne Phosphor hätte auf der Erde kein Leben entstehen können. Es ist ein zentraler Baustein, der unter anderem im Erbgut aller Lebewesen und in Zellmembranen steckt. Neue Forschungen zeigen, dass Phosphor wahrscheinlich von Kometen auf die Erde gebracht wurde.

Bern, 15. Jänner 2020 / Die Forscher nutzten Beobachtungsdaten des Riesenteleskops ALMA (Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array) in Chile, das die Europäische Südsternwarte ESO gemeinsam mit internationalen Partnern betreibt. Damit blickten sie tief in eine Region im Weltall namens AFGL 5142, in der Sterne entstehen. Die Wissenschafter konnten nachweisen, dass sich bei der Geburt neuer Sterne phosphorhaltige Moleküle bilden, wie die Universität Bern am Mittwoch mitteilte. Das am häufigsten vorkommende Molekül darunter sei Phosphormonoxid, berichteten die Forscher im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“.

Per Anhalter durch die Galaxis

Sterne und Planetensysteme entstehen in interstellaren Wolken aus Gas und Staub. Wo neue Sterne entstehen, kann das dabei entstehende Phosphormonoxid ausfrieren und im Eis und in Staubkörnern der Wolke gefangen werden. Die Staubkörner um den jungen Stern herum verklumpen zunehmend, formen immer größere Gebilde und schließlich Planeten und Kometen.

Dank der Kombination der Daten des Riesenteleskops ALMA und eines Messinstruments an Bord der „Rosetta-Sonde“ im Weltraum konnten die Forscher den wahrscheinlichen Weg des Phosphors zur Erde nachzeichnen. „Kometen haben höchstwahrscheinlich große Mengen an organischen Verbindungen zur Erde gebracht“, sagt Kathrin Altwegg von der Universität Bern. Die Dokumentation der Reise von Phosphormonoxid stärke diese Verbindung zwischen Kometen und dem Leben auf der Erde.

(APA/sda)

Titelbild: eso/cc by 4.0

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