Sexismus und Betroffenheit

Kickl kommentiert

Wer sich nicht von Sexismus betroffen fühlt, ist entweder zu blöd, diesen zu erkennen oder naiv bis sorglos. Oder eben auch nicht.

Wien, 17. Jänner 2020 / Mit einem ordentlichen Sprung in den politisch korrekten Fettnapf hat diese Woche die neue Integrations- und Frauenministerin Susanne Raab für Aufregung gesorgt:

„Ich hatte das große Glück, dass ich Sexismus noch nie persönlich am Arbeitsplatz erlebt habe.“

Das kann es nicht geben! Irgendwas stimmt mit dieser Frau nicht! Zu den zuvor genannten Optionen „zu blöd“ und „naiv bis sorglos“ kommt bei der Frau Minister auch noch der unverantwortliche Umgang mit ihrer feministisch-politisch-korrekten Vorbildwirkung dazu.

Sind alle Frauen von Sexismus betroffen?

Frau ist insofern privilegiert, als sie jeden vielleicht nicht netten Kommentar eines Arbeitskollegen, jeden Rüffel des Vorgesetzten oder eine übergangene Beförderung dem Faktum des Frau-Seins in die Schuhe schieben kann.

Das finde ich als Frau schon auch besonders praktisch. Ich käme selbstverständlich niemals auf die Idee, dass mich ein Kollege einfach nur unsympathisch findet. Auch nicht, dass ein Chefi-Rüffel rein inhaltlich begründet sein könnte. Und wenn ich nicht Zack Zack Karriere im gewünschten Ausmaß mache, dann auch nur deshalb, weil ich eben eine Frau bin und sicherlich nicht aus anderen Gründen!

Ja, natürlich gibt es Sexismus. Aber nicht alles, was einem nicht passt, ist diesem zuzuordnen. Man muss auch nicht alles selbst erlebt haben, um Anliegen ordentlich vertreten zu können. Was weder als Lobgesang noch Vorschußlorbeeren für Frau Raab zu werten ist.

Die ständige politisch-korrekte Betroffenheit wegen allem und jedem ebnet den Weg in eine wirklich gleichberechtigte, gleichwürdige Gesellschaft jedenfalls nicht. Jetzt muss ich leider aufhören zu schreiben. Mein sexistischer Nachbar klingelt gerade an der Türe und will sich Eier ausborgen! Eierrrrr! Na, dem werde ich was erzählen …

Daniela Kickl

Der Kommentar gibt ausschließlich die Meinung der Autorin wieder.

Titelbild: Othmar Wicke

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