Waffennarren demonstrieren

Notstand in Virginia

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Virginia, Ralph Northam, hat für Montag den Notstand ausgerufen. Der Grund: Rechte Gruppierung demonstrieren gegen ein neues Waffengesetz.

Richmond, 20. Jänner 2020 / Der US-Bundesstaat Virginia will neue, strengere Waffengesetze einführen. Künftig soll es bei Waffenkäufen verpflichtende Hintergrundchecks geben, das Tragen von Waffen in Parks und öffentlichen Gebäuden soll eingeschränkt werden. Außerdem soll jeder Bürger nur noch eine Waffe kaufen dürfen – pro Monat. Sheriffs und lokale Polizeikräfte im konservativen Bundesstaat hatten angekündigt, diese schärferen Waffengesetze nicht durchsetzen zu wollen.

Notstand ausgerufen

Rechte und rechtsradikale Gruppierungen wollen gegen die neuen Gesetze protestieren. Unter Führung der Waffenlobby haben sie für Montag Demonstrationen in der Hauptstadt Richmond angekündigt. Wegen der Gewaltbereitschaft mancher Teilnehmer hat Gouverneur Ralph Northam den Nostand ausgerufen. Im Vorfeld der Demonstrationen verhaftete das FBI drei mutmaßlich Neonazis.

Bei einer Demonstration ultrarechter Gruppierungen in Charlottesville, Virginia im August 2017 hatte ein Neonazi ein Attentat auf linke Gegendemonstranten verübt. James Alex Fields war mit seinem Auto in eine Gruppe von Menschen gerast, eine Person getötet und dutzende weitere verletzt. Die Nerven im Bundesstaat liegen daher vor den angekündigten Demonstationen blank.

Trump: „Demokraten nehmen euch die Waffen weg!“

Präsident Donald Trump schlug sich auf Seiten der Waffenlobby. „Das passiert, wenn ihr Demokraten wählt. Sie nehmen euch die Waffen weg!“, sagte Trump auf Twitter. Im vergangenen November hatten die Demokraten beide Kammern des zuvor republikanische domininierten Bundesstaatsparlaments gewonnen.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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