Nach Pensions-Enthüllungen:

Casinos drohen ZackZack

Am Dienstag deckte ZackZack die Pensionsprivilegien der ehemaligen ÖVP-Vizechefin Bettina Glatz-Kremsner bei den Casinos Austria auf. Im Zuge der Recherchen kam es zu massiven Drohungen gegen ZackZack. Auch am Mittwoch wiederholte die CASAG ihre Klagsdrohungen.

Wien, 22. Jänner 2020 / Die CASAG-Generaldirektorin erhält eine Zusatzpension von 400.000 Euro jährlich. Das deckte ZackZack im Rahmen einer Investigativrecherche auf, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Seit Montag sieht sich die Redaktion von ZackZack mit massiven Drohungen der CASAG konfrontiert. Ein weiteres österreichisches Medium, das die Veröffentlichung gemeinsam mit ZackZack geplant hatte, verzichtete als Reaktion auf den Druck aus der CASAG auf die Publikation.

Erst dementieren, dann drohen

Am Montag hatte ZackZack die CASAG mit den Recherchen konfrontiert. Die erste Reaktion war ein Dementi, verbunden mit Klagsdrohungen. Im Zuge von fünf Telefonaten, in denen die Redaktion der CASAG die ihr vorliegenden Dokumente vorhielt, ruderte die CASAG dann Stück für Stück zurück: Aus „Das stimmt alles nicht“ wurde zunächst „stimmt teilweise“ und schließlich: „stimmt, aber…“ Dieses „Aber“ betrifft die Deckelung von Bettina Glatz-Kremsners Pension. Auf sie sei im Vertrag der Generaldirektorin „vergessen“ worden. Es handle sich um einen „Schlampigkeitsfehler“.

„Herausfordernde Situation“

Als Grund für die nachträgliche Deckelung nannte ein CASAG-Sprecher die „wirtschaftliche Gesamtsituation“, in der sich das Unternehmen befände. Im März 2019 hatte das Unternehmen allerdings noch von einem Rekordjahr für die Casinos gesprochen. Auf Nachfrage, ob die CASAG in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecke, ruderte der Konzern wiederum zurück. Es gehe um jene „herausfordernde Situation“, über die man „ja in den Zeitungen lesen“ könne, sagte ein Unternehmenssprecher. Dass damit die jüngsten Skandale um die Bestellung des Casinos-Vorstands gemeint seien, wollte das Unternehmen nicht bestätigen.

Bettina Glatz-Kremsner, hier neben Bundeskanzler Sebastian Kurz, gerät durch die ZackZack-Recherchen unter Druck. Bild: APA-Picturedesk

CASAG blockt ab

Beweise für die nachträgliche Deckelung konnten die Casinos ebensowenig vorlegen, wie sie Detailfragen beantworten wollten. Über den Zeitpunkt der behaupteten Vertragsänderung ist daher nichts bekannt. Die Ergänzung zum Vertrag trage die Unterschrift von Glatz-Kremsners Parteifreund und CASAG-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner und sei deshalb rechtsgültig, sagte ein Konzernsprecher. Der Vertrag Bettina Glatz-Kremsners sei ansonsten unverändert gültig. Diese Bestätigung liegt ZackZack auch schriftlich vor.

ZackZack berichtet weiter

Die Stellungnahme der CASAG zur Deckelung von Glatz-Kremsners Pension gab ZackZack im Artikel vom Dienstag wieder. Auch die übrigen veröffentlichten Fakten sind richtig und werden von der CASAG nicht bestritten. Trotzdem spricht die CASAG in einer Presseaussendung vom Mittwoch von „falschen, verdrehten und irreführenden Behauptungen.“ Welche das wären, kann das Unternehmen nicht angeben. Stattdessen erneuert die CASAG ihre Klagsdrohungen.

ZackZack wird trotz der CASAG-Drohungen weitere Rechercheergebnisse veröffentlichen. Am Mittwoch folgen Enthüllungen über die Gehaltsverhandlungen Glatz-Kremsners mit dem CASAG-Aufsichtsrat.

(tw)

Die Casino-Affäre:

Teil 1: Millionen für Kurz-Vize – Bettina Jackpot

Teil 2: 4 Van der Bellen für Bettina – Millionen für Kurz-Vize

Teil 3: Millionen für Kurz-Vize: Die Abfertigung

Nach Pensions-Enthüllungen: Casinos drohen ZackZack

Titelbild: APA Picturedesk

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