ÖVP-Abgeordneter zählt Geldbündel

Ein Geld zählender Abgeordneter – das erinnert eher an Szenen aus Politthrillern der 80er und nicht an den Österreichischen Nationalrat. Das geschah allerdings gestern bei der Nationalratssitzung. Auf einem Handy-Video zählte der ÖVP-Abgeordnete Peter Haubner einen nicht erkennbaren Stapel an Geld. Sofort wurde das Video auf Twitter durch den Kakao gezogen. Was sich dahinter verbirgt, hat ZackZack recherchiert.

Wien, 23. Jänner 2020 / Für die ÖVP ist das gestern publik gewordene Video ein sehr unglückliches. Ein Geld zählender Abgeordneter in der ersten Reihe fußfrei im Parlament, das macht kein gutes Bild. Vor allem dann nicht, wenn man als Partei, die bei der Sozialpolitik auf „Ertüchtigung“ setzt, als Partei der Reichen verschrien ist.

Geld ist Abschiedsgeschenk

Auf ZackZack-Nachfrage kann man im ÖVP-Parlamentsklub die Aufregung nicht verstehen. Man gibt zwar zu, dass der Nationalrat nicht der richtige Ort für die Geldzählung sei, der Vorfall jedoch wirklich nicht der Rede wert sei. Der Abgeordnete Hauber habe lediglich Geld für eine altgediente Servicekraft eingesammelt, die in Pension gehen würde und ihren letzten Arbeitstag habe. Es handle sich, so die ÖVP, auch nicht um den kolportierten Betrag von 3.000 Euro, sondern um lediglich 230 Euro. Der Abgeordnete wollte nur die Vollständigkeit überprüfen, ist vonseiten der ÖVP zu hören – die schiefe Optik bedaure man jedoch.

ÖVP sieht Gesetzesverstoß

Was die ÖVP allerdings stört ist, dass offensichtlich jemand von der SPÖ den Vorgang gefilmt hat, obwohl im Nationalrat dazu nur der ORF befugt ist. Allerdings sieht man auch bei den offiziellen Aufnahmen des ORF Peter Haubner beim Geld zählen.

Auf dem Video ist zu sehen, wie der Abgeordnete ein Bündel Geldscheine aus seiner Tasche nimmt. Ganz oben befinden sich zwei oder drei 100 Euro-Scheine, die er auf den Tisch wirft. Einen 100 Euro-Schein steckt er ein, den Rest legt er auf auf den Stapel zurück. Daraufhin zählt er das Geld.

Drozda gibt sich süffisant

Auch SPÖ-„Uhrenliebhaber“ Thomas Drozda, gab einen Kommentar zum Video ab:

„Ein langer Sitzungstag, auch für den Vorsitzenden des Budgetausschusses, ob es sich um verfassungsrechtlich abgesichertes Bargeld handelt, ist nicht überliefert.“

Wieviel Geld es tatsächlich war, bleibt Spekulation.

Titelbild: APA Picturedesk

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