ÖVP-Bürgermeister an Bürger:

„Mit Verlaub, Arschloch“

Kurz vor der Burgenländischen Landtagswahl sorgt ein Zwist um eine Leichenhalle in der Gemeinde Oslip im Bezirk Eisenstadt-Umgebung für Wirbel. Die SPÖ berichtete über wüste Beschimpfungen des Osliper Bürgermeisters Stefan Bubich gegen einen Bürger. So macht der Ortschef etwa Andeutungen, dass der 72-Jährige bald in besagter Leichenhalle landen könnte und bezeichnet ihn als „Schwein“ und „Arschloch“.

Wien, 25. Jänner 2020 / Der Konflikt hat sich daran entzündet, dass der 72-jährige Franz Schneider, ein früherer SPÖ-Funktionär im Ort, Einwendungen zum Voranschlag 2020 der Gemeinde Oslip gemacht hat und eine Sanierung der desolaten Leichenhalle, in der nicht-katholische Mitbürger verabschiedet werden, urgiert. Der Bürgermeister antwortet am Nachmittag des 10. Jänner ziemlich unfreundlich auf die Einwendungen. Er verstehe mittlerweile, dass Schneider „von zahlreichen Personen als Schwein bezeichnet“ werde, so Bubich in dem Schreiben.

„Bald in Kühlbox“

„Eigentlich kann ich Ihre Frustration ja nachvollziehen, und eigentlich habe ich ja Mitleid mit Ihnen, da Sie in Ihrer aktiven Zeit als Kommunalpolitiker auf der ganzen Linie versagt haben“, schreibt Bubich in dem der APA vorliegenden Email. In diesem Ton geht es weiter: „Wahrscheinlich machen Sie sich, nachdem Sie nun doch schon ein gewisses Alter erreicht haben, Gedanken über Ihrer Vergänglichkeit und Ihren letzten Weg. (…) Aber, bitte keine Sorgen und keine schlaflosen Nächte mehr, die Aufbahrungshalle, voll allem die Kühlbox, ist voll funktionsfähig.“

Die Wortwahl des Bürgermeisters wird in einem weiteren Email am späteren Abend, das die SPÖ Burgenland Freitagnachmittag publik gemacht hat, nicht besser. Bubich deutet noch einmal an, dass sein Kontrahent „bald in der Kühlbox landen“ könnte und nennt ihn „mit Verlaub, ein Arschloch“.

Doskozil empört

Bubich war für die APA Freitagnachmittag trotz mehrmaliger Versuche nicht erreichbar. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) zeigte sich vom Bürgermeister empört. In einem Offenen Brief an den Präsidenten des Burgenländischen Gemeindebunds, Leo Radakovits (ÖVP), fordert er Konsequenzen und weist Bubichs Aussagen als „verbale Ausritte, die nicht nur in der Politik, sondern insgesamt im Umgang zwischen reifen Menschen nichts verloren haben“.

(APA)

Bild:Screenshot/Twitter/Franz Schneider

Titelbild: APA Picturedesk

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