Mutti Merkel schimpft mit Supermarkt-Chefs

Eine Werbung des Supermarkt-Riesen Edeka ging nach hinten los. Bauern laufen nun gegen den Konzern Sturm. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel lädt indes sämtliche Discounter-Chefs zum Rapport.

Wien, 29. Jänner 2020 / „Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten“, lacht Komödienlegende Otto Waalkes von einer Edeka-Plakatwand den Passanten entgegen. Der auf dem ersten Blick unscheinbare Slogan zum hundertjährigen Jubiläum der Supermarktkette sorgte jedoch für einen Sturm der Entrüstung unter deutschen Landwirten. Die Bauern fürchten durch die PR-Aktion eine Bedrohung durch Dumpingpreise.

Bauernpräsident sauer

Die Werbung ziele darauf ab, dass „hochwertige Lebensmittel verramscht werden“, kritisierte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Hunderte Landwirte blockierten in der Nacht auf Montag das Zentrallager des Edeka-Konzerns in Wiefelstede. Sämtliche Zufahrtsstraßen wurden mit Traktoren versperrt. Eine Zu- und Auslieferung war für Edeka in den Stunden der „Trekker-Besetzung“ nicht möglich. Die Landwirte fordern von Edeka eine offizielle Entschuldigung. Edeka äußerte sich bis jetzt nur insofern, dass eine Preisänderung nicht zulasten der Landwirte geschehe, sondern vom Großhandel getragen werde.

Das Plakat, das die Bauern erregt. Screenshot Twitter.

Supermärkte müssen zu „Mutti“

Als Reaktion auf die Proteste lud nun Bundeskanzlerin Angela Merkel die Chefs der führenden Discounter Deutschlands zum Rapport ins Kanzleramt. Aldi, Lidl, Rewe und Edeka müssen sich nun vor der Kanzlerin wegen Dumpingpreisen bei Lebensmitteln und unlauteren Handelspraktiken verantworten. Die Standpauke „Muttis“ soll am 3. Februar gemeinsam mit der Bundesagrarministerin Julia Klöckner stattfinden.

Von Plakat-Model Otto Waalkes gibt es bis jetzt noch keine Reaktion auf die misslungene Aktion. Sein letzter Tweet beschränkte sich auf das Wort „Schniedlwutz“.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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