Coronavirus

WHO ruft globalen Notstand aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus aus China am Donnerstagabend den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Wien, 31. Jänner 2020 / Eine “Notlage von internationaler Tragweite” wird bei einem “ernsten, plötzlichen, ungewöhnlichen und unerwarteten” Gesundheitsproblem ausgerufen, das sich in andere Länder ausbreiten kann. Es geht der WHO darum, die nationalen Anstrengungen zur Eindämmung des Virus besser zu koordinieren und den Gesundheitssystemen betroffener Länder Empfehlungen auszusprechen. Laut WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus sei die Zahl der Infektionen außerhalb Chinas zwar “relativ gering”. Doch die Gesundheitssysteme Chinas und großer Nachbarländer seien “schwach”. Daher könne man nicht wissen, welchen Schaden das Virus anrichten könne.

Kein Fall in Österreich

In Österreich gibt es nach wie vor keinen Krankheitsfall durch das Coronavirus. Bei den sechs bisher geprüften Verdachtsfällen handelte es sich um falschen Alarm, ein weiterer Fall wird gerade überprüft. Auf Österreich hat der Schritt der WHO keine Auswirkungen, weil sich Österreich ohnehin an die Empfehlungen der Organisation halte. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Alle drei Monate überprüft nun die WHO, ob der globale Notstand gültig bleibt. In der Vergangenheit wurde er erst fünf Mal ausgerufen: 2009 während der Schweinegrippe-Pandemie, 2014 angesichts des Wiederaufflammens der weitgehend ausgerotteten Kinderlähmung (Polio), 2014 während der Ebola-Epidemie in Westafrika, 2016 angesichts des Zika-Virus, nachdem infizierte Frauen Babys mit Schädelfehlbildungen zur Welt gebracht hatten, sowie im vergangenen Jahr wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Im Falle des Ebola-Ausbruchs im Kongo und des Polio-Virus dauert der Notstand weiter an.

Chinafeindliche Haltung befeuert

In mehreren Ländern – darunter Japan, Südkorea und Singapur, gab es Proteste gegen die Einreise von Chinesen. Die Asien-Expertin Kristi Govella von der Universität Hawai bezeichnete die Proteste als Ausdruck antichinesischer Haltungen, die in der Angst vor dem Choronavirus ein Ventil fänden.

(APA/red)

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Titelbild: APA Picturedesk

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