Sonntag, Juli 14, 2024

Das Minister-Powerranking

Der erste Monat der neuen Ministerriege ist vorüber. ZackZack hat das Powerranking wie sich die türkis-grünen Amtsträger geschlagen haben.

Wien, 31. Jänner 2020 /

14) Karoline Edtstadler: Bundesministerin für EU und Verfassung im Bundeskanzleramt

Die ehemalige Europaabgeordnete hatte keinen guten Einstand. Für das ZIB 2-Interview erntete die EU-Ministerin in den Sozialen Medien tonnenweise Spott, da sie so gut wie keine Frage von Armin Wolf sinngemäß beantworten wollte. Die Postenbesetzung der Bundesmuseen in allerletzter Sekunde ihrer Zuständigkeit warf zudem kein gutes Licht auf sie. Ein verdienter letzter Platz.

13) Karl Nehammer: Bundesminister für Inneres

Auch dem Migrationshardliner Nehammer sollte ein ZIB 2-Interview in seinem ersten Monat zum Verhängnis werden. Die angekündigten grenznahen Asylzentren nahm der Mann fürs Grobe innerhalb von weniger als 24 Stunden wieder zurück. Hans Peter Doskozil wird dem türkisen Innenminister dankbar sein. Die Nehammer-Aussage war dem Burgenland-Landeshauptmann sicher eine Hilfe zum Gewinn der Absoluten.

12) Susanne Raab: Bundesministerin für Frauen und Integration im Bundeskanzleramt

Die Frauenministerin verblüffte in der kurzen Zeit bereits mehrmals mit Interviews. Sie sei noch nie Opfer von Sexismus geworden. Schön für sie. In einem Standard-Interview wurde die Frage, ob Diskriminierungsschutz für Homosexuelle vorgesehen ist, mit der haarscharfen Antwort „es steht nicht im Regierungsprogramm“ erwidert.

Als jedoch Kollegin Edtstadler „Opfer“ einer Bildzusammenstellung wurde, in der sie Musiker Marilyn Manson gegenübergestellt wurde, eilte Raab zur Hilfe und stempelte den Vergleich als #HassimNetz ab. Verharmlosung per excellance.

11) Margarete Schramböck: Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschafts­standort

Die Wirtschaftsministerin hat gezeigt, wie die neue Regierung tickt. Für Sie sind die „Unternehmen unsere Kunden“.

10) Heinz Faßmann: Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Kein ruhiger Monat für den Bildungsminister. Angesprochen auf die Kopftuchdebatte, äußerte er den mutigen Satz für einen Wissenschaftler „die Wissenschaft soll sich nicht überall einmischen“. Die Geschichte rund um Ombudsfrau Wiesinger warf zudem kein gutes Licht auf ihn.

9) Christine Aschbacher Bundesministerin für Arbeit, Familie und Jugend

Aschbacher machte innerhalb kurzer Zeit mit harten Aussagen über Arbeitslose auf sich aufmerksam. Arbeitsverweigerer sind für Sie nicht akzeptierbar. Dass sie zudem Arbeitslose scharenweise vom Osten in den Westen transferieren will, darf man auch als zumindest spannend bezeichnen.

8) Werner Kogler: Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

Der Kunst- und Sport-Minister enttäuscht bislang. Bei öffentlichen PR-Events der Regierung mit Kanzler Kurz muss Kogler stets in Unterzahl agieren, da immer ein türkiser Minister zur Seite gestellt wird. Zwar besuchte der Sportminister bereits zahlreiche Sportevents, in Sachen Kunst wirkte Kogler bei der Edtstadler-Postenschacher-Pressekonferenz fachlich etwas fehl am Platz.

7) Elisabeth Köstinger: Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Das Positivste an der Ackerbauministerin war vermutlich, dass man bis jetzt wenig von ihr gehört hat. Deswegen auch ein Platz im soliden Mittelfeld. Wir senden freundliche Grüße.

6) Gernot Blümel: Bundesminister für Finanzen

Gernot Blümel schnitt bis jetzt über den Erwartungen ab. Viele stempelten den Philosophen früh ab, gerade für die Aufgabe im Finanzministerium. Die wirklich heiße Zeit für den Finanzminister dürfte jedoch erst kommen.Wird er zur Wien-Wahl antreten? Als Minister?

5) Klaudia Tanner: Bundesministerin für Landes­­verteidigung

Bis jetzt hat sich die erste weibliche Verteidigungsministerin noch nichts zu Schulden kommen lassen. Die vorgeschlagene Teiltauglichkeit kann man ambivalent sehen, die Umbenennung der Wiener Kasernen nach zwei Widerstandskämpfern definitiv löblich.

4) Alma Zadic: Bundesministerin für Justiz

Die Justizministerin ist zwar fachlich noch nicht groß aufgefallen, jedoch sorgte sie in den Sozialen Medien für gehörig Echo – wenn auch unfreiwillig. Durch zahlreiche Hasspostings aufgrund Zadic’ Herkunft erfolgte eine riesige Solidarisierungswelle für die in Bosnien geborene Ministerin.

3) Alexander Schallenberg: Bundesminister für Europäische und Internationale Angelegenheiten. Der einzige Minister, der aus der Expertenregierung politisch überleben durfte, macht auch momentan seinen Job solide. Dabei wurde sein Ministerium sogar Opfer eines Hacks. Schallenberg ging die Sache jedoch ruhig an und informierte sachlich.

2) Leonore Gewessler: Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie

An der Kompetenz in Umweltbelangen der ehemaligen Global 2000 Chefin dürfte wohl fast niemand gezweifelt haben. Die entscheidenden Momente dürften noch vor der „Superministerin“ liegen.

1)Rudolf Anschober: Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

Der Oberösterreicher überzeugte bis jetzt am meisten von den Regierungsmitgliedern. Kompetent, sachlich und ruhig agiert er in einer Zeit, in der durch das Coronavirus die Bevölkerung leicht in Panik verfallen könnte. Er ist bis jetzt die unumstrittene Nummer 1.

Benedikt Faast

Titelbild: APA Picturedesk

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