Kickl kommentiert

Die faulen Fetten und die Wurst

Wer hat keinen dicken, vielleicht sogar richtig fetten Freund oder Arbeitskollegin? Die wirken durch die Körpermaße so gemütlich, gemächlich, genaugenommen faul.

Es ist fast völlig egal, was man heute in den sozialen Medien schreibt. Es gibt garantiert mindestens den einen oder die andere, der sich in irgendeiner Art und Weise verfolgt, ausgegrenzt oder zumindest persönlich gekränkt fühlt.

Neben dem neuen, fragwürdigen Trend, alles und jedes, was einem nicht zusagt, als “Hass im Netz“ zu diffamieren, gibt es natürlich auch die Klassiker wie Sexismus und Rassismus.

So einen Sexismus- oder Rassismus-Vorwurf kann man faktisch nie entkräften, reicht doch erstaunlicherweise schon die persönliche Betroffenheit des “Opfers“ aus.

Sind alle Opfer wirklich Opfer?

In den 1990ern hatte ich mich für eine fette Freundin ins Zeug gelegt und sie für einen Job bei meinem damaligen Arbeitgeber vorgeschlagen. Sie bekam die Stelle und die Arbeit machte unter Freundinnen noch mehr Spaß.

Ein Jahr später, gerade von der Verhandlungsrunde betreffend Gehaltserhöhung kommend, erzählte sie mir:

“Du, stell dir vor, was der Chef gesagt hat! Er wollte mich zuerst gar nicht einstellen, weil er immer der Ansicht war, dass alle Fetten faul sind. Und jetzt krieg ich die Gehaltserhöhung! Weil er so zufrieden mit mir ist!“

Der/Die/Das heutige, politisch korrekte Schneeflöckchen wäre wahrscheinlich durch das reine Aussprechen des Wortes “fett“ (emotional) niedergestreckt worden.

Was die ganzen *simus-Schreier vergessen ist, dass

1) sie nicht automatisch im „Opfer-Recht“ sind, nur weil ihnen wieder einmal etwas nicht gefällt.

2) wahre Diskriminierung  anhand realer Benachteiligung zu messen ist (wenn meine fette Freundin den Job wegen ihrer Körperfülle nicht bekommen hätte).

3) sich ungerechtfertigtes Dauergeschrei als Bumerang erweisen könnte. Denn wer andauernd willkürlich zum Sexisten / Rassisten gemacht wird, könnte dazu übergehen, tatsächlich einer zu werden. Weil‘s eh schon wurscht ist.

Daniela Kickl

Der Kommentar gibt nicht die Meinung der Redaktion, sondern ausschließlich der Autorin wieder.

Mehr von der Autorin auf: https://danielakickl.com/

Titelbild: Othmar Wicke

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