Wisch und weg

Bekanntschaften aus dem Internet

Zu Beginn des Millenniums war es noch vielerorts verpönt, wenn man jemanden online kennenlernte. Inzwischen ist das völlig normal. Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach Bekanntschaften via Internet.

Wien, 09. Februar 2020 / Früher galt man als verzweifelt, wenn man seinen Partner nicht im realen Leben, sondern online kennenlernte. Ist das immer noch so? Mehr als 200 Millionen Menschen sind bereits Mitglied eines mobilen Dating-Dienstes. Wir haben Nutzer gefragt, welche Erfahrungen sie beim Kennenlernen über das Internet gemacht haben.

Schnell und unverbindlich

Unsere Befragten meinen, dass es online viel schneller geht, jemanden unverbindlich kennenzulernen. Viele erwarten sich nicht die große Liebe. Dennoch hat sich durch das Onlinedating die ein oder andere erfolgreiche Beziehung ergeben. Die meisten User geben an, nur flirten zu wollen, gefolgt vom One-Night-Stand, neuen Kontakten „an sich“ und realen Dates.

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Die Anbieter von Datingplattformen zielen vor allem auf Menschen mit wenig Zeit und wenig Single-Freunden. Auch Menschen, die online weniger schüchtern sind als im echten Leben sind das Zielpublikum.

Ein bisschen geschwindelt

Man versucht sich so gut es geht von seiner besten Seite zu zeigen. Unangenehmes wird oft verschwiegen. Bei der Selbstdarstellung wird natürlich auch geschwindelt. Einige der befragten User haben gesagt, dass sie auch ein falsches Profilbild benutzen, weil es besser aussieht oder weil sie von Bekannten nicht erkannt werden wollen.

Mingle oder Generation Beziehungsangst?

„Mingle“, eine Beziehungsform, die irgendwo zwischen Single und Partnerschaft anzusiedeln ist, ist bei vielen Usern beliebt. Die sexuelle Beziehung ist zwar nicht exklusiv, verbringt aber häufig Zeit miteinander. Manche dieser Mingels kommen gerade frisch aus einer Beziehung und möchten noch keine neue eingehen – aber auch nicht alleine sein. Einige fürchten sich vor zu viel Nähe oder wollen Konflikte vermeiden.

Vergebliches Streben nach Perfektionismus

Viele Nutzer wollen, nachdem sie sich selbst optimiert haben, zu ihrem perfekten Leben noch eine perfekte Beziehung finden. Dating-Anbieter versuchen dies mit sogenannten „Matches“ zu optimieren, also scheinbar perfekt zueinander passende Pärchen. Die Realität ist aber eine andere. Der Alltag kann im realen Leben oft nicht programmiert werden und viele sind enttäuscht, weil ihr Match doch nicht zur perfekten Beziehung führt.

Wie aus Gesprächen hervorgeht, finden nur die Wenigsten  eine langfristige Beziehung online. Wer jedoch eine kurzfristige oder unverbindlich Bekanntschaft möchte, könnte im Netz gut aufgehoben sein.

(red)

Die Befragung wurde im erweiterten Bekanntenkreis der Redaktion und ausgewählter Leser durchgeführt und ist deshalb nicht repräsentativ. Sie dient ausschließlich als weitere, interessante Datengrundlage zu den schon vorhandenen Erkenntnissen professioneller Studien.

Titelbild: ZackZack – Othmar Wicke

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