Jetzt wird gestreikt

35-Stunden-Woche für Sozialwirtschaft

Es geht um Kollektivverträge für insgesamt 125.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich. Erneut kam es bei Verhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertretern zu keiner Einigung. Das zentrale Anliegen der Arbeitnehmervertreter: Eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden. Bereits am Dienstag soll es erste Warnstreiks geben, weitere sollen folgen.

Wien, 11. Februar 2020 / Es war bereits die fünfte Runde der Verhandlungen über die Kollektivverträge der Sozialwirtschaft Österreich. Betroffen sind insgesamt 125.000 Beschäftigte im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich. Am zentralen Anliegen der Arbeitnehmer-Vertreter, einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich, scheiden sich die Geister: Die Verhandlungen wurden am späten Montagabend nach 13 Verhandlungsstunden erneut ergebnislos unterbrochen. Am Dienstag soll es daher zu ersten Warnstreiks kommen, hat die Gewerkschaft der Privatangestellten GPA-djp angekündigt.

Gewerkschaft kündigt Warnstreiks an

„Die Arbeitgeber verweigern nach wie vor grundsätzlich das Gespräch über die Gewerkschaftsforderung nach der Einführung einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich“, hieß es in einer Aussendung von GPA-djp und vida nach 13 Stunden Verhandlungen. Nachdem die Arbeitgeber in der dritten Runde bereits zu konstruktiven Gesprächen über eine mögliche Etappenlösung bereit gewesen seien, herrsche mittlerweile Gesprächsverweigerung.

Angebote der Arbeitgeber

„Wir haben ein Angebot zur Arbeitszeitverkürzung auf betrieblicher Ebene gemacht“, berichtete Walter Marschitz, SWÖ-Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite. Denn: „Für alle können wir das nicht machen.“ Die Gewerkschaft habe dies abgelehnt. Zudem sei von der Arbeitgeberseite ein Angebot für eine Lohnerhöhung für die kommenden beiden Jahren gekommen. Im ersten würde eine solche 2,35 Prozent betragen, dann 2,7 Prozent.

 „Die Kollegen brauchen eine Arbeitszeitverkürzung“

„Nachdem die Arbeitgeber nicht zu konstruktiven Verhandlungen bereit sind, erhöhen wir jetzt die Schlagzahl“, sprach Eva Scherz, Verhandlerin für die GPA-djp, die ab Dienstag kommenden Warnstreiks an. „Die betrieblichen Abläufe werden dabei beeinflusst, es muss sich aber niemand um die Gesundheit oder Würde seiner Angehörigen sorgen.“ Die Kolleginnen und Kollegen brauchen eine Arbeitszeitverkürzung. Das werden sie bei den Streiks zeigen“, meinte vida-Verhandlerin Michaela Guglberger.

Der nächste Verhandlungstermin wurde laut Gewerkschaft für den 17. Februar vereinbart.

(apa/lb)

 

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Titelbild: APA Picturedesk

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