Erdogans Syrien-Überfall

Kampf um Idlib

In Idlib, im Nordwesten Syriens, kommt es zu Gefechten zwischen syrischen und türkischen Truppen. Das sorgt für Verstimmungen zwischen Putin und Erdogan.

Istanbul/Damaskus, 12. Februar 2020 / In Syrien droht die Lage einmal mehr zu eskalieren. In der Stadt Idlib kommt es zu offenen Gefechten zwischen türkischen und syrischen Soldaten. Auf beiden Seiten soll es zu Verlusten gekommen sein. So sollen gestern fünf Erdogan-Kämpfer gestern ermordet worden sein. Laut türkischen Angaben wurden daraufhin mehr als hundert syrische Militärs außer Gefecht gesetzt.

Erdogan gegen Putin

Erdogan verlangt, dass die syrische Armee die Militärposten rund um Idlib räumt. In der Region unterstützt die Türkei offen Anti-Assad-Gruppen. Das Verhältnis zwischen Putin und Erdogan wird deshalb immer schlechter. Erdogan drohte der syrischen Armee und warf Russland einen Bruch der Abmachungen vor. Er spricht von Massakern an der Zivilbevölkerung durch russische Soldaten.

Russland verteidigte die Offensive der syrischen Armeen, und warf Erdogan vor, zu wenig gegen Terroristen zu unternehmen. Kontrolliert wird die Region um Idlib von der Al-Kaida-nahen Miliz Hayat Tahrir al-Sham. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt islamistische Milizen. Russland steht auf der Seite des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.

„Wir erwarten vom Regime, unter keinen Umständen gegen diese Militärposten vorzugehen“, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar in Richtung der syrischen Regierung. Im Falle eines Angriffs, hätten die türkischen Truppen den Befehl zum Gegenschlag, so das türkische Regime weiter.

Türkisches Militär seit Oktober in Syrien

Am 9. Oktober 2019 überfiel die Erdogan-Türkei den Norden Syriens. Damals ging es darum das kurdische Gebiet Rojava unter türkische Kontrolle zu bekommen. Die USA zogen sich damals zurück. Die Kurden, die am intensivsten die Bodenkämpfe mit dem IS führten, wurden alleine gelassen.

Seither ist Syrien vor allem durch die Interessen von Erdogan und Putin geprägt. Assad sitzt mit Unterstützung von Putin weiter fest im Sattel. Nun scheint es also, dass sich die Ambitionen des Bosporus-Regimes in Syrien gegen Assad wenden.

(apa/ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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