Türkis-blauer Erfolg

ÖGK rutscht ins Minus

Die türkis-blaue Kassenfusion brachte Hunderte Millionen Euro Mehrkosten statt Einsparungen: die gescheiterte Regierung Kurz I hat in nur zwei Jahren die Krankenkassen von einem 75 Millionen Euro Plus im Jahr 2018 in ein prognostiziertes 175 Millionen Euro-Minus in 2020 stürzen lassen. Die versprochene „Patientenmilliarde“ wurde von Beginn an von Experten in Frage gestellt.

Wien, 14. Februar 2020 / Nach der Sanierung der Kassen in den 2000er-Jahren hatten die Krankenkassen in den letzten Jahren durchwegs positive Ergebnisse erzielt. 2018 hatten die neun Gebietskrankenkassen noch einen Überschuss von 75 Mio. Euro erreicht. Im Vorjahr drehte das Ergebnis dann mit einem Verlust von 50,7 Mio. Euro ins Minus. Sozialminister Rudolf Anschober musste in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch die SPÖ nun horrende Zahlen für die Zukunft der ÖGK bekanntgeben.

1,7 Milliarden Verlust in 5 Jahren

Laut der Gebarungsvorschau wird für heuer ein Verlust von 175,3 Mio. Euro erwartet. Für 2021 sind es 178,1 Mio. Euro, für 2022 sind es 295,0 Mio. Euro. Für 2023 soll der Verlust auf 507,9 Mio. steigen und für 2024 sogar auf eine halbe Milliarde Euro. Zusammengerechnet bedeutet das einen Bilanzverlust in fünf Jahren von insgesamt 1,7 Milliarden Euro.

Diese Zahlen stehen den Rücklagen der ÖGK in der Eröffnungsbilanz gegenüber: 1,37 Milliarden Euro haben die Kassen auf der Seite – und damit weniger, als sie an Verlust erwarten.

Die prognostizierten Verluste der ÖGK in den Jahren 2018 bis 2024. Grafik: APA

Millionen für Fusions-Beratung

Das Minus ergibt sich größtenteils durch die Umstrukturierungskosten. Die für die Fusion im Jahr 2019 angefallenen Beratungskosten bezifferte Anschober mit insgesamt 3,77 Millionen Euro. Dazu kommen für heuer noch weitere 8,2 Millionen Euro an geschätzten Fusions-Beratungskosten.

Weitere Mehrkosten nicht seriös prognostizierbar

Den abschätzbaren Mehraufwand für die Leistungsharmonisierung in der ÖGK gibt Anschober in einer weiteren Anfragebeantwortung mit 13,1 Millionen Euro an. Darüber hinaus sind weitere Leistungsverbesserungen geplant, deren Mehrkosten nicht seriös prognostiziert werden können.

(lb/apa)

 

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Titelbild: APA Picturedesk

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