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Wieso lässt Rendi-Wagner diese Chance liegen?

Wir haben in Österreich eine international angesehene Expertin für Infektionskrankheiten und öffentliche Gesundheit. Nebenbei ist sie auch SPÖ-Chefin. Wieso schlägt sie daraus kein Kapital?

Wien, 26. Februar 2020 / Das Corona-Virus geht um, es sieht nicht aus, als könne die Epidemie noch eingedämmt werden. Was wir jetzt bräuchten, wäre echte Expertise zu Infektionskrankheiten, ihrer Ausbreitung und politischen Maßnahmen zur Bewältigung der Krise. Woher nehmen?

An dieser Stelle ein paar Stationen aus dem Lebenslauf einer gewissen Pamela Rendi-Wagner: Nach ihrem Medizinstudium machte sie in London zwei weitere Masterstudiengänge – einen für Infektionskrankheiten und einen für Hygiene und Tropenmedizin. Am Kaiser-Fraz-Josef-Spital arbeitete sie in der Abteilung für Infektionskrankheiten. Als Projektleiterin an der Medizinischen Universität Wien etablierte sie ein Netzwerk zur Überwachung von Infektionskrankheiten. In Israel war sie Gastprofessorin für Epidemiologie und in Wien für öffentliche Gesundheit. Von 2011 bis 2017 leitete sie die Sektion „Öffentliche Gesundheit“. Zu guter Letzt wurde sie auch noch Gesundheitsministerin.

Rendi-Wagner ist die führende Expertin

Eines ist klar. Rendi-Wagner ist in Österreich unbestritten die führende Expertin für Epidemien, Infenktionskrankheiten und den politischen Umgang mit ihnen. Zum Vergleich: Innenminister Karl Nehammer hat einen Bezahlstudiengang zu politischer Kommunikation absolviert. Sebastian Kurz‘ Qualifikation: Er war in der Jungen ÖVP.

Und nun wünscht sich Rendi-Wagner einen zentralen Krisenkoordinator. Es ist völlig unverständlich, dass sie sich nicht selbst für diese Position anbietet. Warum sagt Rendi-Wagner nicht: „Ich bin die führende Expertin für Epidemien. Das Wohlergehen der Österreicherinnen und Österreicher ist jetzt wichtiger als Parteipolitik. Daher stelle ich mich der Bundesregierung zur Verfügung, um gemeinsam diese Krise zu bewältigen.“

Ist da jemand?

Wie soll Kurz das ablehnen? Wenn er es tut, sieht es so aus, als würde er die Sicherheit Österreichs aus parteitaktischen Gründen aufs Spiel setzen. Rendi-Wagner kann nur gewinnen. Geht die Regierung auf ihren Vorschlag ein, kann sie uns wirklich helfen. Ich für meinen Teil würde mich wohler fühlen, wenn ich wüsste, dass eine international renommierte Expertin mit Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung am Ruder wäre. Geht die Regierung nicht darauf ein, hat sie den Schwarzen Peter.

Hat nicht Hans Peter Doskozil im Rahmen der Flüchtlingskrise seine Expertise genutzt, um seine politische Karriere zu starten? Hallo, Löwelstraße? Ist da jemand?

Thomas Walach

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Titelbild: APA Picturedesk

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