Was wir über das Corona-Virus nicht wissen

Das Coronavirus prüft vor allem das Vertrauen der Welt in China. Denn die offiziellen Zahlen, auf denen die gesamte Corona-Hysterie beruht, kommen von China. Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur. Doch auch das ist begründet, denn ein neuartiges Virus ist unerforscht und hinterlässt viel ungesichertes Wissen. Fakten werden erst erarbeitet. Ein Infokrieg ist ausgebrochen, dessen Basis die Informationspolitik Chinas ist.

Wien, 26. Februar 2020 / Aktuell gibt es wohl nur eine Entweder-oder-Situation: Entweder der Regierung Pekings glauben, oder eben zum großen Skeptiker werden. Gesichertes Wissen gibt es zum Virus kaum, ZackZack beantwortet deshalb die wichtigsten Fragen und zeigt, was wir nicht wissen.

Woher stammt das Virus?

Man geht davon aus, dass das Virus am Fischmarkt der chinesischen Großstadt Wuhan auf den Menschen übergesprungen ist. Das ist aktuell die beste verfügbare These. Es gibt auch Studien, die dies anzweifeln. Doch widerlegt ist das nicht.

Woher stammen die Zahlen?

Der Großteil der rund 80.000 Infizierten lebt in China. Medienhäuser sowie die WHO berufen sich auf die Messungen Chinas. Zusammengefasst werden die globalen Fallzahlen von der US-amerikanischen Johns Hopkins Universität. Sie sind digital abrufbar, beinahe alle Medien berufen sich auf diese Daten. Auch die europäische Politik baut ihre Maßnahmen auf diesen Zahlen auf.

Pikant: Die Johns Hopkins Uni empfiehlt selbst, die Daten nicht als medizinische Grundlage zu verwenden. Zudem lehnt die Universität jede Gewährleistung für die Richtigkeit der Daten ab. Das steht im Klein gedruckten der Homepage gisanddata.maps.arcgis.com. Trotzdem werden sie von Politik und Medien als Grundlage verwendet.

Oft lohnt sich das Kleingedruckte, auch bei der Corona-Virus-Mappe der Johns Hopkins Universität. Dort steht: “Diese Website und ihre Inhalte, einschließlich aller Daten, Kartierungen und Analysen („Website“), Copyright 2020 Johns Hopkins University, alle Rechte vorbehalten, werden der Öffentlichkeit ausschließlich zu Bildungs- und akademischen Forschungszwecken zur Verfügung gestellt. Die Website stützt sich auf öffentlich verfügbare Daten aus mehreren Quellen, die nicht immer übereinstimmen. Die Johns Hopkins University lehnt hiermit jegliche Zusicherungen und Gewährleistungen in Bezug auf die Website ab, einschließlich Genauigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Handlungsfähigkeit. Die Website als Grundlage für medizinische Beratung oder die Nutzung der Website im Handel ist strengstens untersagt.”

Man kann den Zahlen aus China glauben, muss man aber keinesfalls. Die chinesische Zensur ist enorm, das fördert die Glaubwürdigkeit Pekings nicht gerade. Leichter kann man den Zahlen aus westlichen Ländern Glauben schenken. Laut den Zahlen aus dem Westen handelt es sich keinesfalls um einen „Todes-Virus“. Die Hysterie wäre also unbegründet.

 

Warum kursieren dann so viele Verschwörungstheorien?

Wuhan als Ausbruchsort ist prädestiniert dafür, Gerüchte sprießen zu lassen. Denn in der chinesischen Stadt ist auch das Labor für Virologie, das seit 2015 die höchste biologische Sicherheitsstufe besitzt. Forscher müssen beim Verlassen des Labors duschen und die Kleidung wechseln. Zudem wird Luft und Wasser gefiltert.

Für die Gerüchteküche gab es dann noch weitere attraktive Gewürze: Am 28. Jänner wurde der Harvard-Wissenschaftler Charles Lieber festgenommen und angeklagt. Er soll für China spioniert haben und von der Wuhan Universität jahrelang bezahlt worden sein. Die amerikanischen Behörden zeigen sich verschlossen.

Warum sollte jemand solche Verschwörungstheorien in die Welt setzen?

Es gibt genügend Geheimdienste, die ein Interesse hätten, China zu schwächen. Das Virus könnte instrumentalisiert werden. Trump befindet sich im Handelskrieg mit China. Am 30. Jänner sagte US-Außenminister Mike Pompeo: „Chinas kommunistische Partei ist die größte Bedrohung unserer Zeit.“

Das alles ist reine Spekulation. Blickt man aber der geopolitischen Realität in die Augen, kann man sich durchaus vorstellen, dass manche Länder Interesse haben, das Virus zu instrumentalisieren.

Wird der Corona-Ausbruch in Europa noch größer werden?

Das ist eigentlich sicher. Durch die hohe Inkubationszeit – laut einer chinesischen Forschung könnte sie bis zu 4 Wochen betragen – sowie die vielen Fälle an leichten Symptomen ist das Virus eigentlich kaum aufzuhalten.

In Italien, aber auch in Ungarn, Spanien oder anderen europäischen Ländern, lebt eine große chinesische Community. Viele der Menschen dort sind nicht in ihrem Gastland registriert, haben keine Krankenversicherung und schuften oftmals bis zu 16 Stunden unter sklavenähnlichen Bedingungen. Diese Menschen werden nicht zum Arzt gehen, wenn die Symptome gering sind. Isolationsmaßnahme, wie sie in Europa gerade durchgeführt werden, haben deshalb auch den Anstrich von plumpem Symbolismus.

Sind die heftigen Maßnahmen der Regierungen also nicht angebracht?

Auch wenn man den Zahlen glaubt und das Corona-Virus nur eine etwas stärkere Grippe ist, sind die Maßnahmen wohl gerechtfertigt. Denn eine Mutation ist niemals ausgeschlossen. Und eines bleibt: Das Virus ist neu und großteils unerforscht. Angesichts des Nicht-Wissens sind strenge Maßnahmen durchaus zu argumentieren.

Sind Schutzmasken jetzt eigentlich nötig?

Das ist eine spannende Frage. In China hat die Regierung die Bevölkerung strikt vorgeschrieben, Masken zu tragen. Das wird auch mit Zwang umgesetzt. In Europa gibt es die Position, dass Masken nicht zum Eigenschutz, sondern nur zum Fremdschutz dienen. Man weiß es aber eigentlich nicht genau.

Allerdings sollte man darauf achten, nicht ohne Schutz zu husten oder zu schneuzen, vor allem nicht in der Öffentlichkeit.

Wie sollte ich mich verhalten?

Entspannen, Tee trinken, auf sein Immunsystem und auf die eigene Hygiene achten. Der Zivilschutzverband empfiehlt schon seit Jahren, unabhängig vom Coronavirus, dass man Vorräte für zumindest zwei Wochen zuhause lagern sollte. Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass Österreich in Bälde unter Quarantäne gestellt wird. Versorgungsketten scheinen aktuell auf keinen Fall gefährdet.

Ein Witz mit ordentlich schwarzem Humor kursiert derzeit im Netz:

Kommt das Corona-Virus bei einem Einsiedler im Iran vorbei. Er fragt das Virus: „Coronavirus, wohin gehst du?“ Darauf das Virus: „Ich bin am Weg nach Europa und hole mir 1 Million Seelen.“

Am Rückweg begegnet der Einsiedler dem Virus wieder. „Virus, du hast gesagt, du würdest nur 1 Million Menschen holen, aber du hast 10 Millionen Menschen getötet.“ Darauf sagt das Corona-Virus: „Falsch, ich habe mein Wort gehalten und eine Million Seelen geholt, die anderen 9 Millionen starben an der Angst vor mir.“

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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