Spielte FPÖ-Kandidat Himmler und Hitler?

Ein FPÖ-Kandidat in einer oststeirischen Gemeinde kommt zwei Wochen vor den Gemeinderatswahlen am 22. März in Bedrängnis. Wie die Plattform “FPÖ Fails” am Donnerstag darstellte, könnte der Politiker auf einem Spieleportal mit den Pseudonymen “Heinrich Himmler” und “Adolf Hitler der Führer” aktiv gewesen sein. Er selbst bestreitet das auf APA-Nachfrage, die Landes-FPÖ will den Rechtsweg bestreiten.

Auf den Screenshots von “FPÖ Fails” auf Facebook ist zu sehen, dass die bei der Wahlwerbung des Politikers angegebene Email-Adresse mit einem Profilnamen auf der Spieleplattform übereinstimmt. Das Profil zeigt zum einen ein Bild von Heinrich Himmler. Außerdem ist zu sehen, dass der Gamer unter mehreren Pseudonymen, darunter auch jene mit NS-Bezug, gespielt haben könnte.

FPÖ-Kandidat: “Unwahrheit”

Der FPÖ-Kandidat sagte auf Nachfrage, dass es sich um “Unwahrheiten” handeln würde. Er habe bereits einen Anwalt eingeschaltet. Er wolle sonst nicht viel dazu sagen, aber so ein Profil könne man innerhalb kurzer Zeit so anlegen, dass es einen momentanen Anschein erwecke.

“Täglich grüßt der Einzelfall”

Der stellvertretende Landesgeschäftsführer der SPÖ Steiermark, Wolfgang Moitzi, meinte in einer Aussendung: “Und täglich grüßt der ‘Einzelfall’.” Fast kein Tag vergehe, ohne dass ein rechtsextremer “Einzelfall” bei der FPÖ auftauche. Moitzi forderte Konsequenzen: “Wenn sich der Vorwurf bestätigt, muss er die Kandidatur zurückziehen. Auch der Landesparteiobmann Mario Kunasek ist hier gefordert, schnell durchzugreifen und ihn aus der Partei auszuschließen. Ich gehe jedoch davon aus, dass es in der ‘Dauerfallpartei’ FPÖ wie üblich keine Konsequenzen geben wird. Kunasek beteuert ja stets, man habe mit Rechtsextremismus nichts zu tun. Diese Beschwichtigungsversuche sind völlig unglaubwürdig.”

FPÖ-Landesparteisekretär Stefan Hermann sprach von einer Schmutzkübelkampagne, 17 Tage vor der Wahl: “Dabei schreckt man auch nicht davor zurück, sich die Unterstützung eines anonymen und linksextremen Hetzportals zu holen. Wir werden gegen sämtliche Beschuldigungen, die nach derzeitiger Faktenlage jeglicher Grundlage entbehren, juristisch vorgehen.”

(APA)

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Titelbild: APA Picturedesk

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