Verfrühter Pollenalarm

Nicht jeder Nieser bedeutet Corona

Niesen ist gerade sehr verdächtig. Aber es gibt Entwarnung: Durchden verfrühten Pollenflug haben viele Nieser nichts mit Corona zu tun. Wir erklären den Unterschied zwischen einem Virus und der Allergie und wie man sich am besten gegen die allergische Reaktion wappnet.

06. März 2020 / Aufgrund der historisch hohen Temperaturen beginnt die Pollensaison heuer etwas früher. Das diese sich ausgerechnet mit dem Ausbruch von COVID-19 sowie der Grippesaison überschneidet, ist ein zusätzliches Pech. Kann man den Unterschied zwischen Allergie und Erkältung erkennen?

Klimawandel führt zu frühen Reaktionen

Aufgrund der historisch hohen Temperaturen schlägt der Pollenwarndienst der Medizinischen Universität Wien heuer früher Alarm. Angefangen von Erle, Hasel, Birke oder Esche fliegt schon einiges herum. Die Zahl der Allergiepatienten ist in den letzten Jahren ohnehin angestiegen. Rund eine Million Österreicher leiden unter Niesanfällen, juckenden Augen, Atembeschwerden oder laufender Nase.

Woran erkennt man die Allergie?

  • Die Allergie verursacht  Juckreiz vor allem an Augen und Nase.
  • Bei Allergien ist der in Nase und Rachen vorhandene Schleim wässrig und durchscheinend, während bei Erkältungen der Schleim normalerweise dick und gelbgrün ist.
  • Bei allergischer Reaktion  gibt es nach dem Niesen keine Linderung, wobei bei Erklältungen Niesen zu Linderung führt.
  • Wenn die Symptome jedes Jahr zum gleichen Zeitraum (Frühling, Sommer, Herbst) auftreten und länger als zwei Wochen dauern, handelt es sich wahrscheinlich um eine Allergie.
  • Die Symptome einer ganzjährigen Allergie sind etwas schwieriger zu erkennen: Sie treten nicht saisonal, sondern gelegentlich das ganze Jahr über auf, unabhängig von der Blütezeit. Zudem sind sie manchmal ganzjährig, mit Veränderungen der Intensität der Symptome.
  • Die Symptome treten, je nachdem, wann und mit welchem Allergen die Person in Kontakt kommt (Hausstaubmilben, Hausstaub, Katzen- oder Hundehaar, Federn, Schimmelpilze …) auf.

Kreuzreaktionen

Wenn man Jucken im Mund und Rachen, Heiserkeit, eine Schwellung der Augenlieder oder Schwellungen im Mundraum hat, könnte es sich auch um eine Kreuzreaktion handeln. Zur Pollenzeit treten Kreuzreaktionen aufgrund ähnlicher Allergene auf. Zum Beispiel vertragen viele Birkenpollenallergiker zur dieser Zeit kaum Gemüse, Nüsse oder frisches Obst. Auf die Kreuzreaktionen sollten Sie besonders in der jeweiligen Pollen-Saison achten, da sie auch Atemnot versuchen kann.

Messung der Belastung in der Luft

Mittlerweile kann man das durchschnittliche Risiko einer Pollenbelastung tagesaktuell und sogar nach Bezirk messen. Die Messungen spielen besonders für die Tagesplanung von Allergikern eine wichtige Rolle. Auch erhöhte Luftverschmutzung hat eine verstärkte Wirkung aufgrund von Allergenen auf Pollenallergiker.

Was können Sie tun?

Neben dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen sowie dem Filtern der Luft zuhause können Sie auch ein Pollenschutzgitter aufstellen. Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien und ziehen Sie frisches Gewand an, nachdem Sie draußen waren.

Bevor Sie raus gehen, können Sie auch eine Pollenfiltermaske aufsetzen und besonders darauf achten Ihre Hände fern vom Gesicht zu halten. Auch eine Kopfbedeckung sowie das Tragen einer Sonnenbrille wird empfohlen. Nachdem Sie draußen waren, waschen Sie sich das Gesicht und nach Möglichkeit auch die Haare.

Vermeiden Sie histaminreiche Nahrungsmittel sowie Alkohol und Zigaretten.

Eine natürliche Behandlung

Außerdem sollten Sie viel trinken und auf gesunde Ernährung achten. Lebensmittel die reich an Vitamin B und C sowie Flavonoiden helfen besonders. Sie können jeden Tag eine Tasse Ginseng trinken,  um Ihr Immunsystem zu stärken.

Bei Heuschnupfen verwenden Sie am besten täglich 2 – 3 Tassen Holunder, Zitronenmelisse oder Kamillentee. Trinken Sie gegen die laufende Nase dreimal täglich eine Tasse Brennnessel, Ingwer, Zimt oder Nelkentee. Schwarzer Johannisbeerblattextrakt wird bei  Problemen eingesetzt, bei denen das Immunsystem auf Allergien überreagiert.

Als natürliches Antihistaminikum können Sie Schwarzkümmelöl, welches auch vor Beginn der Allergiesaison vorbeugend anwendet werden kann, einnehmen. Indem Sie jeden Tag einen Teelöffel rohen Honig mit Wabenwachs einnehmen, könnte die Pollenresistenz erhöht werden. Sie können auch ätherische Öle, wie Lavendel, Ingwer, Zypresse und Eukalyptus inhalieren.

Als letzten Tipp können wir Ihnen noch raten, nicht in Panik zu geraten und bei bleibenden Beschwerden einen Spezialisten aufzusuchen.

(rc)

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Titelbild: APA Picturedesk

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