Wer ist Susanne Raab?

1984 in Vöcklabruck geboren

Jüngste Ministerin, aber trotzdem älter als Sebastian Kurz

Ist der Meinung: „Feminismus trennt Frauen mehr als er verbindet“

ÖVP durch und durch

Die Integrations- und Frauenministerin Susanne Raab schlug bereits früh den Weg in Richtung ÖVP-Karriere ein. In ihrer oberösterreichischen Heimatgemeinde war sie als Schulsprecherin in der ÖVP-nahen Schülervereinigung tätig. Es folgte der Wechsel ins schwarze Innenministerium, wo sie als Asylreferentin agierte. Ab 2011 ging es für die Jus- und Psychologieabsolventin ins Außenministerium unter Michael Spindelegger. Ihre Zuständigkeit fokussierte sich immer mehr auf den Tätigkeitsbereich Integration, was ihr 2017 den Posten als jüngste Sektionschefin Österreichs einbrachte. Raab agierte dabei als verlängerter Arm Sebastian Kurz´, der das Ressort 2013 übernahm. Die harte Parteilinie der Kurz-ÖVP rund um Deutschkurse, Wertekurse und Kopftuchverbot waren die Marschrichtung für die politische Themenlage Raabs.

Das Frauenministerium: Eine Nebenangelegenheit

Die große Überraschung folgte jedoch im Vorfeld der Angelobung, als Raab nicht nur Integrationsministerin wurde, sondern auch das Frauenministerium erbte. Dass das Thema Integration Raab deutlich näher ist, als die Frauenagenden, daraus macht sie auch gar keinen Hehl. Stets verweist Raab in Interviews über Frauenpolitik auf ihr Steckenpferd Integration. Frauen bezeichnet sie als „Integrationsmotoren“. Die finanziellen Mittel, die dem Frauenministerium zugestellt wurden, will sie gegen „kulturell bedingte Gewalt“ einsetzen. Raabs Fokus liegt auf der von Kurz vorgebenen Linie zu Asyl und Migration, das Frauenministerium verkommt zur Nebenangelegenheit.

Keine Feministin

Ein besonderes Kuriosum ist Raabs Einstellung zum Feminismus. Ihrer Meinung nach „trennt der Feminismus mehr als er verbindet“. Auch deswegen bezeichnet sich Raab, sich selbst nicht als Feministin. Laut eigener Aussage hat Raab zudem auch noch nie Sexismus in der Berufswelt erlebt.

Als jedoch Kollegen Karoline Edtstadler „Opfer“ einer Montage wurde, die sie dem Musiker Marilyn Manson gegenüberstellte, eilte Raab schnell auf Twitter herbei, um ihren Beistand der Europaministerin beizupflichten und titulierte die satirisch gemeinte Gegenüberstellung als „Hass im Netz“. Zum Vergleich: Als Justizministerin Alma Zadic mit zahlreichen Hasspostings bedroht wurde, dauerte die Antwort Raabs darauf ein paar Tage länger.

Kurioses:

Das Frauenvolksbegehren unterschrieb die Frauenministerin nicht, da sie mit der wirtschaftlichen Forderung der 30-Stundenwoche übereinstimmte. Auch gegen die Diskriminierung von Homosexuellen scheint die momentane Regierung wenig entgegenzusetzen. Auf die Frage, wieso nicht mehr Schutz vorgesehen ist, antwortete Raab nur mit „es steht nicht im Regierungsprogramm“.

(bf)

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Titelbild: APA Picturedesk

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