Waren Edtstadler und Nehammer Virus-Gefahr ausgesetzt?

Regierung schweigt

Aufregung um Edtstadler und Nehammer. Beide Minister waren kürzlich auf Veranstaltungen, nach denen sich Politiker in Quarantäne begeben haben. Nicht so Edtstadler und Nehammer sie schütteln weiter Hände und brillieren mit Intransparenz.

Wien, 10. März 2020 / Außenminister Schallenberg kam bei seinem Iran Besuch noch mit dem Schock davon. Doch jetzt stehen Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler und Innenminister Karl Nehammer unter Corona-Verdacht. Sie besuchten Veranstaltungen, die unter Corona-Verdacht stehen. Mehrere Politiker dieser Treffen sind bereits in Quarantäne. Edtstadler und Nehammer hüllen sich aber in Schweigen.

Israel-Lobby-Treffen in USA wurde zur Virus-Zone

Bekanntlich flog Kanzler Kurz nicht zu Donald Trump in die USA. Stattdessen schickte er Karoline Edtstadler. Sie besuchte zwar nicht Trump, nahm allerdings an der APAIC (Israel-Lobby)-Konferenz mit 18.000 Besuchern teil. In der USA herrscht rund um diese Konferenz nun große Aufregung. Denn einige Teilnehmer sind mittlerweile infiziert.

Der republikanische Senator Ted Cruz verordnete sich daraufhin Selbstquarantäne, ebenso wie der der republikanische Abgeordnete Paul A. Gosar aus Arizona. Und auch Donald Trump steht unter Corona-Verdacht: Ein Foto zeigt, wie er Matt Schlapp die Hand schüttelt. Schlapp hatte direkten Kontakt zu einem Erkrankten.

Edtstadler mittendrin

Ob und welche Sicherheitsmaßnahme bei Kanzerlamtsministerin Edtstadler unternommen wurden, ist unklar. Eine ZackZack-Nachfrage ließ das Ministerium unbeantwortet. Man kann nur hoffen, dass sie bereits negativ getestet wurde. Denn Edtstadler ist fleißig unter Menschen. Gestern besuchte sie das österreichische Staatsarchiv.

Sollte Edtstadler bereits negativ getestet worden sein, sollte man das der Bevölkerung zumindest vermitteln. Auch wenn die Inkubationszeit möglicherweise ohnehin länger dauern könnte, und eine Selbst-Quarantäne vor allem zum Schutz der Bevölkerung vernünftig wäre.

Auch Nehammer in Kontakt mit Corona-Infizierten?

Damit nicht genug. Ein weiterer Minister steht unter Corona-Verdacht und handelt offenbar weniger vernünftig als Amtskollegen. Denn der deutsche Innenminister Seehofer ist ebenfalls in Quarantäne. Er unternahm diesen Schritt, nachdem ein Teilnehmer des EU-Innenministertreffens vergangene Woche Kontakt zu einem Coronavirus-Infizierten gehabt haben soll.

Das deutsche Innenministerium gab sich sofort transparent und zeigt dem österreichischen Ministerium damit auch, wie Transparenz und Verantwortung wirklich aussieht: Der Innenminister sei negativ getestet worden. Trotzdem isolierte er sich zur Sicherheit in seinem Haus. Jedoch habe sich der Minister im selben Raum mit der Kontaktperson aufgehalten. Deshalb wartet man auch das Testergebnis dieser Person ab.

Ministerien schweigen

Das österreichische Innenministerium verliert darüber kein Wort. Stattdessen inszenierte sich Karl Nehammer gestern als Grenzschützer – und schüttelte dabei einigen Soldaten die Hand. Auch an das Innenministerium stellte ZackZack eine Anfrage, bisher unbeantwortet.

Nehammer hielt heute erneut eine Pressekonferenz. Offenbar sieht das Ministerium keine Gefahr einer Nehammer-Infektion. Auch wenn zumindest für den Innenminister wohl keine akute Gefahr einer Infektion besteht, ist die fehlende Information für die Bevölkerung beklemmend. Anstatt die Maßnahmen zum Schutz der Minister der Bevölkerung zu vermitteln oder auch zu entwarnen, wie es das deutsche Innenministerium machte, sind unsere Minister weiter fleißig Händeschütteln.

(ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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