Kreuzfahrt-unternehmen verbreitet Corona-Fake-News

Geleakte E-Mails bringen das Management eines Kreuzfahrtunternehmens in Bedrängnis. Demnach verbreitete es bewusst Unwahrheiten über das Coronavirus, damit die strauchelnde Kreuzfahrtbranche nicht einbreche. Mitarbeiter wurden angehalten Sätze, wie: „Das Einzige worüber Sie sich Sorgen während ihrer Kreuzfahrt machen sollten, ist die Frage ob Sie genug Sonnencreme mithaben“ zu verwenden, um Kunden zu Buchungen zu bewegen.

Wien, 12. März 2020/ Kreuzfahrtschiffe sind seit dem Ausbrechen des Coronavirus zu einem Infektionsherd geworden. Das trifft die gesamte Branche hart. E-Mails eines Managers des  amerikanischen Kreuzfahrtunternehmens Norwegian Cruise Line (NCL) an seine Mitarbeiter, bringen das Unternehmen noch mehr in Bedrängnis. Laut „Miami New Times“ wurden die Angestellten angehalten, Unwahrheiten über das Coronavirus zu verbreiten, damit Kunden nicht abgeschreckt werden. Die potenziellen Kunden sollten während des Buchungstelefonats mit Aussagen wie, „Es ist nicht so schlimm, Menschen sterben an anderen Dingen“, beschwichtigt werden.

“„Das Virus kann in den tropischen Regionen, in die Sie segeln, gar nicht leben“

Demnach sollten Kunden auch so schnell wie möglich zum Abschluss ihrer Buchung gedrängt werden, da sie

„besser heute als morgen buchen sollten, da sich die Preise sonst erhöhen könnten“.

Auch wurden die Mitarbeiter gebeten falsche Aussagen über das Coronavirus zu verbreiten, falls sie während des Buchungsvorganges darauf angesprochen werden würden. Zum Beispiel, dass das Coronavirus sich in warmen Regionen wie etwa der Karibik nicht ausbreiten würde, sondern nur in kalten Gebieten.

„Das Virus kann in den tropischen Regionen, in die Sie segeln, gar nicht leben“.

Mitarbeiter packt aus

Ein Mitarbeiter des Unternehmens zitierte gegenüber der amerikanischen Zeitung eine weitere Floskel, die sie in Kundengesprächen verwenden sollten:

„Das Einzige worüber Sie sich Sorgen während ihrer Kreuzfahrt machen sollten, ist die Frage ob Sie genug Sonnencreme mithaben“.

Gegenüber der Miami New Times war Norwegian nicht bereit für eine Stellungnahme, jedoch wurde ein weiterer E-Mail-Verkehr daraufhin geleakt, der den Mitarbeitern den Kontakt mit Medien verbot.

Der Mitarbeiter sagte zudem, dass alle Angestellten verpflichtet sind eine gewisse Quote täglich von gebuchten Kreuzfahrtreisen zu erreichen. Ansonsten werden sie gekündigt – auch angesichts der Virussituation.

(bf)

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Titelbild: APA Picturedesk

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