Die türkise Nation? Die Farbe von Team Österreich

Kommentar

Das „Team Österreich“ ist im Kampf gegen eine Gesundheitskrise. Vertreter verschiedenster Lager rufen schon seit Tagen zum Daheimbleiben auf. Die kollektive Anstrengung funktioniert, Österreich schränkt sich erheblich ein. Aber warum ist das „Team Österreich“ türkis?

Wien, 18. März 2020 / Von der Politik entschieden, rückt das „Team Österreich“ zum Kampf gegen das Virus aus. Die Politik fordert einen nationalen Schulterschluss ein. Angesichts der sich anbahnenden gesundheitlichen Katastrophe und der größten Pandemiegefahr seit der spanischen Grippe, ist das verständlich – und zu unterstützen. Vom Großteil der Bevölkerung werden die Notverordnungen und die maßgebliche Reduktion der sozialen Kontakte mitgetragen.

Kurz hat breite Unterstützung

In dieser Situation bekam die Regierung enorm viel Macht. Obwohl nur knapp über 50 % Türkis-Grün gewählt haben, unterstützen rund 75 % der Österreicher die Notverordnung mit. Das zeigt: Viele Kritiker von Kanzler Kurz stehen hinter seinen harten Maßnahmen.

Bei der ÖVP und bei Sebastian Kurz liegt jetzt besonders viel Verantwortung. Den Virus zu politisieren und dabei parteipolitisch Kapital zu schlagen, ist ein Tabu. Als Kampfname während der Krise wurde „Team Österreich“ gewählt.

Dieser Kampfname stößt viele Kritiker ohnehin schon sauer auf. Mit ihm darf aber keinesfalls Politik gemacht werden. Aber die ÖVP wählte für das „Team Österreich“ in ihrer Kommunikation die Farbe Türkis. Das ist eine gefährliche Politisierung. Wenn die ÖVP einen kollektiven Kraftakt der Nation einfordert, dann muss die Partei zurücktreten, solange dieser Ausnahmezustand aufrecht ist. Das gilt übrigens nicht nur für die ÖVP. Auch andere Parteien sind verpflichtet Parteipolitik zurückzufahren – auch in der Kommunikation.

Parteipolitik zurückstellen

Denn viele Menschen haben Angst, nach der Krise in einem autoritären Staat aufzuwachen. Die ÖVP und Sebastian Kurz sind dafür verantwortlich, den Menschen diese Angst zu nehmen. Viele Kurz-Kritiker sitzen mit ihm im Boot und schränken sich massiv ein, rufen schon seit Tagen zum Daheimbleiben auf, um das Virus zu bekämpfen. Die ÖVP hat mit diesem Kampf nichts zu tun – wir stehen über Parteigrenzen hinweg in dieser Gesundheitskrise.

Mit einem türkisen „Team Österreich“ geht das nicht. Wenn schon ein Team Österreich, dann ist dieses Team rot-weiß-rot. Für Innenminister Karl Nehammer zeigt ZackZack wie sein Aufruf noch aussehen kann, ganz ohne “Corporate Identity” der Neuen Volkspartei:

Thomas Oysmüller

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Titelbild: APA Picturedesk

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